MOOC zu autonomen mobilen Robotern

Am 14. Februar 2014 startet der MOOC „Autonomous Mobile Robots: Introduction to Autonomous Mobile Robots – basic concepts and algorithms for locomotion, perception, and intelligent navigation“. In der Beschreibung auf der Website heißt es: „Robots are rapidly evolving from factory workhorses, which are physically bound to their work-cells, to increasingly complex machines capable of performing challenging tasks in our daily environment. The objective of this course is to provide the basic concepts and algorithms required to develop mobile robots that act autonomously in complex environments. The main emphasis is put on mobile robot locomotion and kinematics, environment perception, probabilistic map based localization and mapping, and motion planning.“ Der Kurs wird u.a. von Prof. Dr. Roland Siegwart, Dr. Paul Furgale und Dr. Margarita Chli geleitet. Er dauert 15 Wochen, bei einer Arbeitsbelastung von fünf Stunden pro Woche. Ob auch auf Maschinen- oder Roboterethik eingegangen wird, ist nicht bekannt.

Buridans Robot

Buridans Esel ist in der ursprünglichen Version von Aristoteles ein Mann, der zwischen Speis und Trank verenden muss, weil er genauso hungrig wie durstig ist. Schon dieser Mann ist offensichtlich ein Esel, weil er sich nicht zwischen verschiedenen Dingen mit gleichen Reizen entscheiden kann. Buridan selbst, der zu Unrecht als Urheber des Gleichnisses gilt, spricht von einem Wanderer und einem Segler, in einem Kommentar zu einem Text des alten Griechen auch von einem Hund, der zwei Lebensmittel – um es frei zu übertragen – ratlos beäugt und beschnuppert. Das Grautier haben vermutlich die Gegner des Philosophen und Physikers aus dem 14. Jahrhundert erfunden, um die vermeintliche Eselei zu veranschaulichen. Es handelt sich aber keineswegs um eine solche, sondern um ein Gedankenexperiment, das bis heute von Interesse und Bedeutung ist. Dieses Experiment wird im Artikel „Buridans Robot“ von Oliver Bendel in der modernen Welt durchgeführt. Es geht um maschinelle Dilemmata und mögliche Lösungsstrategien. Der Artikel ist am 20. November 2013 bei Telepolis erschienen.

Abb.: Ist das Buridans Esel?

Wie viel Moral braucht eine Maschine?

In ihrem Artikel „Wie viel Moral braucht eine Maschine?“ in der Liechtensteiner Sonntagszeitung namens Liewo gibt Stephanie Büchel einen Überblick über den Stand der Diskussion in der Maschinenethik. Im Fokus sind selbstständig fahrende Autos. Aber auch Kampf-, Operations- und Pflegeroboter sind ein Thema: „Wie bringt man einem Roboter den Unterschied zwischen Gut und Böse bei? Wer ist Schuld, wenn ein Operationsroboter einen Kunstfehler begeht?“ Nicht fehlen darf Isaac Asimov mit seinen Robotergesetzen, die zu den beliebtesten Diskussionsgegenständen in der Maschinenethik gehören. Und die Frage nach den Rechten der Roboter, die nebenbei in der Roboterethik verhandelt werden und noch lange in den Bereich der Science Fiction gehören dürften. Die zentralen Konzepte der Maschinenethik haben dagegen, das zeigt auch die Verfasserin, eine hohe Alltagsrelevanz. Ihr Artikel ist am 2. Juni 2013 erschienen. Sie hat maschinenethik.net freundlicherweise ein PDF zur Verfügung gestellt.

Artikel zum GOODBOT

Ein Artikel in der UnternehmerZeitung vom 2. Juli 2013 geht auf das GOODBOT-Projekt ein, das im Juni 2013 an der Hochschule für Wirtschaft FHNW gestartet ist. Der „moralische Chatbot“ soll auch auf Selbstmorddrohungen oder Ankündigungen von Amokläufen adäquat reagieren und überhaupt ein angenehmer Zeitgenosse (und trotzdem kein Langweiler) sein. Es werden sieben Regeln genannt, die „hinsichtlich seiner Akte und Sprechakte gegenüber dem Benutzer“ gelten sollen. Dazu gehört auch eine Transparenzregel: „Der GOODBOT macht dem Benutzer klar, dass er eine Maschine ist.“ (Regel 1) Und eine Regel zur Beobachtung: „Der GOODBOT ist kein Spitzel und wertet Gespräche mit dem Benutzer nicht aus.“ (Regel 6) Für das Projekt wurden verschiedene konzeptionelle Vorleistungen wie der Regelkatalog erbracht. Von Juni 2013 bis Januar 2014 arbeiten sich drei Studierende der Hochschule in die Maschinenethik und die Roboterethik ein und entwickeln einen Prototyp. Initiator und Leiter des Projekts ist der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel. Der Artikel ist in der siebten Ausgabe der UnternehmerZeitung auf den Seiten 30 und 31 zu finden.

Können Roboter lügen?

Das Buch „Können Roboter lügen?“ von Raúl Rojas enthält „Essays zur Robotik und Künstlichen Intelligenz“, die von 2011 bis 2013 in der Online-Zeitschrift Telepolis erschienen sind. Rojas ist Professor für Künstliche Intelligenz an der Freien Universität Berlin. Im Kontext der Maschinenethik (und der Roboterethik) ist vor allem der dritte Teil interessant. Im Vorwort heißt es: „Der dritte Teil über Robotik und KI gibt einen Einblick in die Arbeit, die in den letzten Jahren auf diesem Gebiet geleistet worden ist. Wir wären froh, mit Robotern die Eleganz eines Insekts bei der Bewältigung von Hindernissen zu erreichen. Wir können aber schon heute kleine und große Roboter – z.B. autonome Fahrzeuge – mit kognitiven Architekturen ausstatten, die eine effiziente und nützliche Funktionalität erlauben. Die Kapitel über Roboter, die lügen, bzw. über das Watson-System zeigen die zwei Seiten der Medaille: Wie weit die künstliche Intelligenz gekommen ist und wie weit entfernt sie doch noch vom Ziel bleibt.“ Rojas gelangt zum Schluss: „Roboter kennen die Wahrheit nicht, deswegen können sie nicht lügen.“ Das Buch wurde Ende Mai 2013 im Heise Zeitschriften Verlag veröffentlicht und ist u.a. in der Kindle-Edition erhältlich.