Plaudern wie die alten Römer

Chatbots und Sprachassistenten – sogenannte Conversational Agents – entstanden an der Hochschule für Wirtschaft FHNW von 2012 bis 2022 vor allem im Kontext der Maschinenethik und Sozialen Robotik. Prof. Dr. Oliver Bendel möchte sich nun verstärkt um tote, ausgestorbene und gefährdete Sprachen kümmern. @ve ist ein erster Versuch in dieser Richtung. Gewonnen werden konnte dafür im September 2022 der Entwickler Karim N’diaye. Er stellte am 17. November 2022 an der Hochschule die Zwischenergebnisse vor. Der Chatbot basiert auf GPT-3, einem Sprachmodell, das Deep Learning einsetzt, um natürlichsprachliche Fähigkeiten zu erlangen. Das neuronale Netzwerk weist etwa 175 Milliarden Parameter auf, was einen Rekord darstellt. Kombiniert mit einer Wissensdatenbank, welche Informationen über die lateinische Sprache enthält, kann @ve präzise Antworten auf Benutzeranfragen generieren. Mit ihr kann man also auf Lateinisch plaudern und etwas darüber erfahren. Weitere Projekte mit Chatbots und Sprachassistenten ab 2023 sollen sich gefährdeten und aussterbenden Sprachen widmen. Latein wird an vielen Schulen und Hochschulen gelehrt und immer noch für das eine oder andere Studium – etwa der Philosophie – vorausgesetzt respektive gewünscht. Mit „Romulus“ hat Sky Italia eine Serie in dieser toten Sprache produziert und sie damit ein Stück weit lebendig gemacht. In Deutschland ist sie auf Magenta TV mit Untertiteln zu sehen. Informationen zu @ve werden Ende Dezember 2022 über www.ave-bot.ch bereitgestellt.

Abb.: Ein Gladiator

Proceedings von „How Fair is Fair?“ erschienen

Am 17. November 2022 sind die Proceedings von „How Fair is Fair? Achieving Wellbeing AI“ (Organisatoren: Takashi Kido und Keiki Takadama) auf CEUR-WS erschienen. Das AAAI 2022 Spring Symposium fand vom 21. bis 23. März 2022 an der Stanford University statt. Im elektronischen Band finden sich sieben Full Papers mit 6 – 8 Seiten: „Should Social Robots in Retail Manipulate Customers?“ von Oliver Bendel und Liliana Margarida Dos Santos Alves (3. Platz der Best Presentation Awards), „The SPACE THEA Project“ von Martin Spathelf und Oliver Bendel (2. Platz der Best Presentation Awards), „Monitoring and Maintaining Student Online Classroom Participation Using Cobots, Edge Intelligence, Virtual Reality, and Artificial Ethnographies“ von Ana Djuric, Meina Zhu, Weisong Shi, Thomas Palazzolo und Robert G. Reynolds, „AI Agents for Facilitating Social Interactions and Wellbeing“ von Hiro Taiyo Hamada und Ryota Kanai (1. Platz der Best Presentation Awards) , „Sense and Sensitivity: Knowledge Graphs as Training Data for Processing Cognitive Bias, Context and Information Not Uttered in Spoken Interaction“ von Christina Alexandris, „Fairness-aware Naive Bayes Classifier for Data with Multiple Sensitive Features“ von Stelios Boulitsakis-Logothetis und „A Thermal Environment that Promotes Efficient Napping“ von Miki Nakai, Tomoyoshi Ashikaga, Takahiro Ohga und Keiki Takadama. Zudem gibt es mehrere Short Papers und Extended Abstracts. Die Proceedings können über ceur-ws.org/Vol-3276/ abgerufen werden.

Abb.: Der Stanford Bunny

Robotische Umarmungen

Das HUGGIE-Projekt an der Hochschule für Wirtschaft FHNW schreitet voran. Unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel wird das vierköpfige Team (Andrea Puljic, Robin Heiz, Ivan De Paola, Furkan Tömen) bis Januar 2023 eine Umarmungspuppe an Benutzern testen. Bereits bekannt ist, dass Wärme und Weichheit der Arme und des Körpers erwünscht sind. Nun wird untersucht, ob z.B. auch Stimme, Vibration und Geruch die Akzeptanz erhöhen. Die Leitfrage des Praxisprojekts ist: Kann ein sozialer Roboter durch Umarmungen und Berührungen zur Steigerung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens beitragen, und welche Faktoren sind dabei zu berücksichtigen? Die Grundlage von HUGGIE ist eine Schneiderpuppe. Hinzu kommen Kleidung, ein Wärmeelement, ein Vibrationselement und ein Audiosystem. Zusätzlich wird ein Duft appliziert. Die Arme werden über unsichtbare Fäden bewegt, sodass aktive Umarmungen möglich sind. Insgesamt entsteht der Eindruck eines Umarmungsroboters. In einem Schweizer Unternehmen fand im November 2022 ein Probelauf mit 65 Probanden statt. Sie wurden von HUGGIE und einem Riesenteddy umarmt. Anhand der Ergebnisse und Eindrücke werden der Fragebogen und die Versuchsanordnung verbessert. Ab Ende November 2022 tritt das Projekt in seine finale Phase, mit Durchführung und Auswertung der Tests.

Abb.: Ein ähnliches Modell

Ein Date mit einem Ding

Simone Luchetta vom Tages-Anzeiger hat Prof. Dr. Oliver Bendel zu Chatbots, Sprachassistenten und sozialen Robotern befragt. Eine Frage war, warum man seit Jahrzehnten davon spreche, dass wir bald Roboter heiraten, aber noch immer nichts dergleichen zu beobachten sei, allenfalls in Japan. Seine Antwort: „Es ist eine alberne Vorstellung, dass wir Chatbots, Sprachassistenten oder Roboter heiraten. Man muss nichts und niemanden heiraten, um eine Beziehung zu führen. In den meisten Fällen dürfte es sich auch um keine echte Ehe handeln. Manchen Produkten liegt ein Zettel bei, den man ausfüllen kann und der über eine Absichtserklärung eine Heirat darstellen soll. Die Maschine selbst hat keine Absichten. Sie hat auch weder Rechte noch Pflichten – und das ist eine schlechte Grundlage für einen Vertrag, der die Ehe letztlich ist. Tatsächlich führen aber viele Menschen eine Beziehung mit einem Sprachassistenten oder einem sozialen Roboter, nicht nur in Japan, sondern auch in den USA oder in Deutschland. Manche haben sogar einen Sexroboter wie Harmony oder gehen zu Liebespuppen in Bordellen. … Letztlich ist und bleibt es eine einseitige Beziehung. Der Roboter interessiert sich nicht für einen, er liebt und hasst einen nicht. Es ist einfach ein Ding, wenn auch ein Ding mit besonderen Eigenschaften. Es ist ein soziales Ding. Und deshalb gehen wir ihm auf den Leim.“ Das Interview umfasste weitere Fragen und Antworten, auch zu kommerziellen Chatbots. Einige Aussagen sind in den Artikel „Meine unheimlich nette Freundin“ eingeflossen, der am 13. und 14. November 2022 in mehreren Schweizer Zeitungen erschienen ist, etwa im Tages-Anzeiger und in der Basler Zeitung. Er ist Teil eines aktuellen KI-Schwerpunkts der Tamedia-Gruppe.

Abb.: Einen Antrag macht man nur unter Menschen

Billi by Hiltl

Bei Hiltl Sihlpost ist seit kurzer Zeit Billi im Einsatz, ein Transportroboter. In einem Tweet vom 28. Oktober 2022 schreibt das nach eigenen Angaben älteste vegetarische Restaurant der Welt: „Bei uns sind alle herzlich willkommen: Ob Mensch, Tier oder Roboter. Das ist Billi – unsere neue Unterstützung am Hiltl[-]Buffet. Begleite Billi am 1. Arbeitstag in der Hiltl Sihlpost oder statte gleich einen Besuch ab.“ Bei Billi handelt es sich offenbar um BellaBot, einen weiblich anmutenden Serviceroboter aus China. Dieser verfügt über ein Display, auf dem ein animiertes Katzengesicht mit großen (oder vor Wonne zusammengekniffenen) Augen, Mund und Schnurrbarthaaren zu sehen ist, zudem über schwarze Öhrchen aus Kunststoff. Adrian Lobe hatte Prof. Dr. Oliver Bendel Ende 2021 für die TAZ zu BellaBot interviewt. Er wollte u.a. wissen, ob solche Modelle, die weibliche Attribute aufnehmen, Stereotype befördern. Der Informations- und Maschinenethiker hat nichts dagegen, dass soziale Roboter ein Geschlecht vorgeben und z.B. eine weibliche oder männliche Stimme haben. Dies bringt in vielen Menschen etwas zum Klingen. Eine neutrale Stimme leistet dies nicht unbedingt. Zugleich ist es seiner Ansicht nach nicht notwendig, in allen Zusammenhängen weitreichende humanoide oder animaloide Erscheinungsformen zu wählen. Ein europäischer Konkurrent zu BellaBot ist mit Plato entstanden. Er wurde im November 2022 von der United Robotics Group auf den Markt gebracht. Plato hat große runde Augen, Augenbrauen und einen Mund, die ebenfalls Animationen auf einem Display sind. Es wird sich zeigen, welche Modelle die Betreiber und ihre Gäste bevorzugen.

Abb.: Billi aka BellaBot (Foto: Pudu Robotics)

Soziale Roboter als Gegenstand der Lehre

Vom 7. bis zum 9. November 2022 fand an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten das Wahlmodul „Soziale Roboter“ statt. In die Wege geleitet und durchgeführt wurde es von Prof. Dr. Oliver Bendel. Fast 60 studentische Teilnehmer, durchgängig aus der Wirtschaftsinformatik (Basel, Olten und Brugg-Windisch), waren vor Ort. Der Informations- und Maschinenethiker führte in die Robotik und in die Soziale Robotik ein. Dann stellte er Überlegungen aus ethischer Sicht an und erläuterte die Zusammenhänge zwischen sozialen Robotern und Servicerobotern. Zudem waren tierfreundliche Maschinen ein Thema. Ein externer Vortrag stammte von Sara Zarubica, einer ausgebildeten Entwicklerin und studierten Wirtschaftsinformatikerin. Sie präsentierte ein auf Pepper basierendes Lernspiel, das sie 2022 im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelt hatte. Ein weiterer Vortrag wurde von Carolyn Hettinger gehalten, die an der Hochschule München ihre Bachelorarbeit über Paro aus Sicht der Akteur-Netzwerk-Theorie schreibt. An allen drei Tagen waren Pepper, NAO, Alpha Mini, Cozmo und Hugvie zugegen. Sie führten ihre Fähigkeiten vor und interagierten und kommunizierten mit den Anwesenden. Am letzten Tag konzipierten und illustrierten die Studenten und Studentinnen in Gruppenarbeiten zehn verschiedene soziale Roboter, die nützlich und sinnvoll sind und sich im Markt behaupten können. Das Wahlmodul wurde zum ersten Mal im November 2021 durchgeführt. Im Februar 2023 findet es bereits wieder statt, innerhalb der Betriebsökonomie in Brugg-Windisch.

Abb.: Ein Teddybär mit Doktorhut bzw. Mortarboard

Blatio ergo sum

Latein wird an vielen Schulen und Hochschulen gelehrt und immer noch für das eine oder andere Studium – etwa der Philosophie – vorausgesetzt oder gewünscht. Jahrhundertelang hat es an vergnüglichen Möglichkeiten gemangelt, die Sprache zu erlernen und anzuwenden. Allenfalls Asterix-Comics brachten etwas Abwechslung ins von Caesar und Co. beherrschte Gebiet. Prof. Dr. Oliver Bendel hat an der Hochschule für Wirtschaft FHNW einen Chatbot in Auftrag gegeben, der sich auf Lateinisch unterhalten kann, und ihm den Namen @ve gegeben. Karim N’diaye bereitet seit September 2022 die Umsetzung vor, die dann ab Mitte November 2022 – nach der Zwischenpräsentation – erfolgt. Prof. Dr. Bradley Richards betreut das Projekt in technischer Hinsicht. Nach einer Evaluation hat sich gezeigt, dass sich Quickchat (www.quickchat.ai) als Plattform eignet. Damit basiert der Chatbot auf GPT-3. Durch eine händisch erstellte Wissensbasis kann er noch spezifischer für Latein trainiert werden und auch präzisere Antworten zu grammatikalischen Fragen liefern. Außerdem ist Zweisprachigkeit, also Deutsch und Lateinisch, möglich. Bis Ende des Jahres soll @ve als Prototyp vorliegen. Wie bei allen Projekten zu Chatbots und Sprachassistenten, die Oliver Bendel initiiert, können die Ergebnisse frei verwendet werden.

Abb.: Ein Chat mit Kuki

Die Maschine in der Moral

„Der Mensch sieht sich mit immer schnelleren technischen und technologischen Entwicklungen konfrontiert. Daraus entstehen Fragen nach ethischer Orientierung innerhalb verschwimmender Grenzen zwischen Natur und Technik. Das neue Heft Amos international greift die Diskussion um die Digitalisierung mit ihren verschiedenen Facetten auf und untersucht Künstliche Intelligenz im Spannungsfeld zwischen Heilversprechen und apokalyptischen Warnungen.“ (Vorwort amos international, 2/2022) So lautet das Vorwort zu einem Schwerpunkt der Zeitschrift Amos international. Die Artikel stammen von Anna Maria Riedl, Bernhard Irrgang, Armin Grunwald, Katharina Klöcker, John Wyatt und Catrin Misselhorn. Claudia Schwarz führte ein Interview mit Oliver Bendel zur Frage der Verantwortung bei Maschinen und zu Roboter- und Maschinenethik. Der studierte Philosoph und promovierte Wirtschaftsinformatiker hält aus Prinzip keine Vorträge für religiöse Einrichtungen und schreibt keine Artikel für religiöse Zeitschriften. Er steht ihnen aber in Einzelfällen für Interviews zur Verfügung. Das Heft kann über www.amosinternational.de/magazine/issue-2022-3 aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel bei einem Vortrag (Foto: KIT)

Maschine und Moral

„Sind Maschinen das Ende der Menschheit?“ So lautet der Titel eines Ende Oktober bis Anfang November 2022 erschienenen Dossiers in der Zeitschrift „Der Pragmaticus“. Diese wurde u.a. vom Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz gegründet. Er ist vor kurzem gestorben, und es handelt sich um das erste Dossier, dessen Veröffentlichung er nicht mehr erlebt hat. Enthalten ist ein Beitrag von Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel mit dem Titel „Brauchen Computer eine Moral?“ … Im Teaser der Redaktion ist zu lesen: „In Form von Chatbots, Rasenrobotern und autonomen Autos sind die Computer heute überall. Je mehr die Maschinen können, umso dringlicher scheint es, ihnen unter Einbezug der Ethik Regeln zu geben.“ Der Artikel des Informations- und Maschinenethikers aus Zürich ist am 1. November 2022 freigeschaltet worden und kann über www.derpragmaticus.com/r/maschinenethik/ aufgerufen werden.

Abb.: Maschine und Moral

Greift die Maschine bald nach uns?

„Sind Maschinen das Ende der Menschheit?“ So lautet der Titel eines Dossiers in der Zeitschrift „Der Pragmaticus“. Diese wurde u.a. vom Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz gegründet. Er ist vor kurzem gestorben, und es handelt sich um das erste Dossier, dessen Veröffentlichung er nicht mehr erlebt hat. Darin heißt es: „KI hat unser Leben bereits jetzt in vielerlei Hinsicht unter Kontrolle. Sie lesen diesen Text vielleicht auf einem Smartphone in der U-Bahn, und dank Google Maps wissen Sie schon, ob Sie den Anschlussbus nach Hause erreichen werden. Vielleicht sitzen Sie auch am Schreibtisch, ein desorientierter Staubsaugerroboter fährt schon wieder gegen den Sessel und reißt Sie aus dem Lesefluss, genervt sagen Sie: ‚Alexa, stopp!‘ KI hat es sich längst, oft unbemerkt, in unserem Alltag bequem gemacht, in Form von Smartphones, virtuellen Assistenten oder Saugrobotern.“ Zu Wort kommen u.a. Sepp Hochreiter, Professor für Machine Learning in Linz, und Georg Dorffner, Professor für KI an der Medizinischen Universität in Wien, zudem Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik und Ethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Maschinen sind, so seine Meinung, nicht das Ende der Menschheit, ganz im Gegenteil. Das Dossier kann über www.derpragmaticus.com/d/roboter/ aufgerufen werden.

Abb.: Greift die Maschine bald nach uns?

Unfassbar verliebt

Am 3. Oktober 2022 ist auf der Website des österreichischen Standard der Artikel „Wie ‚Fiktosexuelle‘ Beziehungen mit virtuellen Figuren führen“ erschienen. In der gedruckten Ausgabe war er schon ein paar Tage vorher zu lesen, unter dem Titel „Unfassbar verliebt„. Im Teaser heißt es: „Es gibt Menschen, die tatsächlich Beziehungen mit Hologrammen, virtuellen Avataren und smarten Assistentinnen führen. Dennoch bleibt die Maschinenliebe eine Illusion …“. Zu Wort kommt mehrmals Prof. Dr. Oliver Bendel, dessen Buch „Maschinenliebe“ über Liebespuppen, Sexroboter und virtuelle Figuren aller Art im Jahre 2020 herausgekommen ist. Mitgeschrieben haben einige der führenden Experten in diesem Bereich, u.a. Sophie Wennerscheid, Tanja Kubes, Melike Şahinol, Kate Devlin, Nicola Döring und Yuefang Zhou. Im Buch „AI Love You“ von Yuefang Zhou und Martin Fischer veröffentlichte Oliver Bendel auch den Beitrag „Hologram Girl“, der auf Beziehungen zu Hologrammen und Projektionen eingeht. Der Artikel im Standard kann hier abgerufen werden.

Abb.: Unfassbar verliebt in eine Fantasyfigur

The Morality Module at the ICSR 2022

Two of the most important conferences for social robotics are Robophilosophy and ICSR. After Robophilosophy, a biennial, was last held in Helsinki in August 2022, ICSR is now coming up in Florence (13 – 16 December 2022). „The 14th International Conference on Social Robotics (ICSR 2022) brings together researchers and practitioners working on the interaction between humans and intelligent robots and on the integration of social robots into our society. … The theme of this year’s conference is Social Robots for Assisted Living and Healthcare, emphasising on the increasing importance of social robotics in human daily living and society.“ (Website ICSR) The committee sent out notifications by October 15, 2022. The paper „The CARE-MOMO Project“ by Oliver Bendel and Marc Heimann was accepted. This is a project that combines machine ethics and social robotics. The invention of the morality menu was transferred to a care robot for the first time. The care recipient can use sliders on the display to determine how he or she wants to be treated. This allows them to transfer their moral and social beliefs and ideas to the machine. The morality module (MOMO) is intended for the Lio assistance robot from F&P Robotics. The result will be presented at the end of October 2022 at the company headquarters in Glattbrugg near Zurich. More information on the conference via www.icsr2022.it.

Fig.: A cathedral in Florence

Wissenschaftsfreiheit: Voraussetzungen – Einschränkungen – Verteidigung

Die Wissenschaftsfreiheit an Hochschulen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands wird immer mehr eingeschränkt. Hochschulen lassen in erster Linie Drittmittelforschung gelten, Rektorate lassen Grundlagenwerke schreiben, Studiengangleiter schreiben Professoren Lehrbücher vor, D&I-Abteilungen geben ohne rechtliche Grundlage Sprachleitfäden heraus, Dozenten geben Punkteabzug bei ihnen nicht genehmer Sprache. Aber auch das Umfeld ist betroffen: Herausgeber, Verlage und Medien verletzen Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und Wissenschaftsfreiheit, wenn sie die Texte ihrer Autoren gegen deren Willen verändern und gendern. Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit bietet im Wintersemester 2022/2023 die Ringvorlesung „Wissenschaftsfreiheit: Voraussetzungen – Einschränkungen – Verteidigung“ an, immer online, immer montags von 18.00 bis 19.30 Uhr. Den Auftakt bildet am 24. Oktober 2022 ein Vortrag von Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, Universität Würzburg, zum Thema „Meinungsfreiheit und ihre strafrechtlichen Konsequenzen“. Der Jurist hat auch schon wertvolle Beiträge für das „Handbuch Maschinenethik“ geliefert. Am 21. November 2022 trägt die Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Beatrice Dernbach, Technische Hochschule Nürnberg, zum Thema „Sprache bestimmt die Freiheit“ vor. Gespannt darf man auch sein auf den Vortrag „Opfermythen und der Rassismus der geringen Erwartungen“ von Prof. Dr. Ebrahim Afsah, Universität Wien. Das ganze Programm kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Für die Wissenschaftsfreiheit

Programming Machine Ethics

The book „Programming Machine Ethics“ (2016) by Luís Moniz Pereira and Ari Saptawijaya is available for free download from Z-Library. Luís Moniz Pereira is among the best-known machine ethicists. „This book addresses the fundamentals of machine ethics. It discusses abilities required for ethical machine reasoning and the programming features that enable them. It connects ethics, psychological ethical processes, and machine implemented procedures. From a technical point of view, the book uses logic programming and evolutionary game theory to model and link the individual and collective moral realms. It also reports on the results of experiments performed using several model implementations. Opening specific and promising inroads into the terra incognita of machine ethics, the authors define here new tools and describe a variety of program-tested moral applications and implemented systems. In addition, they provide alternative readings paths, allowing readers to best focus on their specific interests and to explore the concepts at different levels of detail.“ (Information by Springer) The download link is eu1lib.vip/book/2677910/9fd009.

Fig.: Programming machine ethics

Ein neuer Cobot erblickt das Licht der Welt

Co-Robots oder Cobots sind Leichtbauroboter, die in Produktion und Logistik eng mit Menschen zusammenarbeiten können, ohne sie zu behindern oder zu verletzen. Die F&P Robotics AG in Glattbrugg hat mit P-Rob Eco ein neues Modell vorgelegt, das sich in vielen Aspekten von seinem Vorgänger P-Rob 3 und auch von Konkurrenzprodukten unterscheidet. In seinem Artikel „Kollaborativer Roboter made in Switzerland“ geht Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW auf den neuen Cobot ein und beschreibt im Detail seine Merkmal und Funktionen. Mit Industrierobotern, auch dieser Art, beschäftigt er sich seit vielen Jahren. Im Jahre 2017 hatte er im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler vermerkt: „Kooperations- und Kollaborationsroboter sind moderne Industrieroboter, die mit uns Schritt für Schritt an einem gemeinsamen Ziel (Kooperationsroboter) bzw. Hand in Hand an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten, wobei wiederum ein bestimmtes Ziel gegeben ist (Kollaborationsroboter).“ Der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker betont, dass Cobots eine immer größere Rolle nicht nur in Produktion und Industrie, sondern z.B. auch in Pflege und Therapie spielen. Lio, ebenfalls von F&P Robotics, ist hierfür ein Beispiel. Bei ihm handelt es sich im Grunde um einen P-Rob 3 auf einer mobilen Plattform. Der Artikel ist in der Technischen Rundschau (9/2022) erschienen und kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Der P-Rob Eco (Foto: F&P Robotics)

Pepper, Lio und Co. in der Pflege

Beim „uDay 20: Innovation in der Pflege – gewusst wie!“ am 20. September 2022 an der Fachhochschule Vorarlberg hält Oliver Bendel die Keynote „Pflegeroboter aus ethischer Perspektive“. Aus der Beschreibung: „Pflege- und Therapieroboter können als Serviceroboter und in vielen Fällen auch als soziale Roboter begriffen werden. Im Vortrag von Professor Dr. Oliver Bendel aus Zürich werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und, davon ausgehend, Überlegungen aus der Perspektive der Ethik angestellt. Am Ende soll deutlich werden, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen, welche Funktionen sie übernehmen und welche Implikationen und Konsequenzen dies für den Einzelnen und die Gesellschaft hat. Pflegeroboter mögen zur persönlichen Autonomie beitragen und zugleich die informationelle Autonomie schwächen. Therapieroboter können die persönliche Leistung und Zufriedenheit steigern, in Einzelfällen aber auch die Menschenwürde verletzen. Es ist wichtig, Serviceroboter und soziale Roboter im Gesundheitsbereich so zu gestalten, dass sie möglichst allen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht werden und nützliche Werkzeuge für Pflegekräfte und Pflegebedürftige sind. Dabei können nicht zuletzt Disziplinen wie die Maschinenethik helfen.“ Die Keynote beginnt um 9.15 Uhr. Das Programm kann hier heruntergeladen werden. 

Abb.: Eine Maske ist während der Pandemie eine gute Wahl