Der Beitrag zum Thema „Darf man Maschinen wehtun?“ läuft am 15. Juni 2023 ab 19.05 Uhr bei Deutschlandfunk Kultur. Für das Hintergrundgespräch stand Prof. Dr. Oliver Bendel zur Verfügung. Er wird auch zweimal in dem Beitrag zitiert. Der Technikphilosoph streicht gerne heraus, dass KI-Systeme und Roboter Meister im Simulieren sind. Sie simulieren Intelligenz, Moral und Bewusstsein. Zugleich ist ihm wichtig, auf den tiefen Graben zwischen Menschen und Maschinen hinzuweisen. Er besteht darin, dass diese nicht empfinden und leiden können, dass sie keine echte Moral (zu der ein freier Willen gehört) und kein echtes Bewusstsein (zu dem eine Haltung zur Welt oder zum Ich gehört, die oft mit Überraschung, Freude und Angst einhergeht) haben. Da sie nicht empfinden und leiden können, kann man ihnen nicht wehtun. Und man darf ihnen auch in einem bestimmten Sinne wehtun, d.h. man kann mit ihnen im Prinzip machen, was man will, ohne Rücksicht auf sie als moralische Objekte (die sie nicht sind). Moralische Objekte können natürlich die Besitzer oder Benutzer der KI-Systeme und Roboter sein. Deshalb sollte man nicht unbedingt einen sozialen Roboter vor den Augen seines Besitzers oder Benutzers zerlegen, so wenig wie man einen Teddybären vor den Augen des Jungen oder Mädchens zerlegen sollte, dessen Spielkamerad er ist. Oliver Bendel ist wichtig, dass Maschinen keine Rechte haben können, auch keine Würde. Werte kann man ihnen zuschreiben. Schon Pflanzen sind Maschinen in dieser Hinsicht voraus. Die Bundesverfassung der Schweiz „verlangt, im Umgang mit Tieren, Pflanzen und anderen Organismen der Würde der Kreatur Rechnung zu tragen“ (Website BAFU). Der Technikphilosoph hält diese Verfassungsnorm für einen rechtlichen und zivilisatorischen Fortschritt. Er ist dafür, sich weiter für Pflanzen und Tiere einzusetzen, nicht für Maschinen, so sehr er sich mit diesen verbunden fühlt. Das Programm des Senders kann über www.deutschlandfunkkultur.de/programm aufgerufen werden.
Abb.: Ein von DALL-E erstelltes Bild eines Roboters
Der Senioren Ratgeber (eigene Schreibweise) ist ein Partner der Apotheken Umschau (eigene Schreibweise). Im aktuellen Heft 5/2023 findet sich ein fünfseitiger Artikel mit dem Titel „Hallo, Roboter!“ über Roboter in der Pflege. Er beginnt mit Lio, dem Assistenzroboter von F&P Robotics, der seit Jahren in einer Kleinserie vorliegt und in mehreren Alten- und Pflegeheimen getestet wird. Zu Wort kommt mehrmals Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW, der seit 2016 in Kontakt mit dem Unternehmen ist, mit Mitarbeitern ein Paper zu Lio publiziert und zuletzt zusammen mit Marc Heimann ein Moralmodul (CARE-MOMO) entwickelt hat, das Lio erweitern kann. Inzwischen arbeitet das Schweizer Unternehmen mit weiteren Hochschulen wie der Fachhochschule Graubünden und der ETH Zürich zusammen … „Der Senioren Ratgeber begleitet ältere Menschen in ihrem Alltag. Hier finden Sie Tipps rund um Vorsorge, Ernährung, Bewegung, Reise, Partnerschaft und Pflege. Blättern Sie in der aktuellen Ausgabe des Senioren Ratgeber. Das komplette Magazin erhalten Sie in Ihrer Apotheke …“ (Website Senioren Ratgeber) Gemeint ist praktisch jede Apotheke in Deutschland. Eine Leseprobe ist jeweils über www.apotheken-umschau.de/unsere-marken/senioren-ratgeber/ erhältlich.
„Schönheit (engl. ‚beauty‘) im allgemeinen Sinne ist eine visuelle, akustische, haptische oder ideelle Kategorie, die etwa das Schönsein des Himmels am Tag und in der Nacht, der Natur, eines Körpers, eines Gesichts, eines Gegenstands, eines Kunstwerks oder einer Formel umfasst.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Mehrere Abschnitte widmen sich der Schönheit aus Sicht der Philosophie und anderer Disziplinen und dem Zusammenhang zwischen Kunst und Schönheit. Auch auf Wirtschaft und Schönheit wird eingegangen. So heißt es etwa mit Blick auf die Technik: „Cyborgs gefallen sich mit äußerlich sichtbaren technischen Strukturen. Humanoide und soziale Roboter überzeugen auf den ersten Blick mit ihrer künstlichen Schönheit, wobei bei Androiden das Uncanny Valley im Wege ist, das unheimliche Tal. So wirken Sophia, Harmony und Erica trotz oder gerade wegen ihrer perfekten Gesichter unheimlich, wenn sie lächeln. Avatare und (Pseudo-)Hologramme können fotorealistisch und hochattraktiv sein.“ Im letzten Abschnitt wird wiederholt die Perspektive der Ethik eingenommen. Der Beitrag ist am 22. Februar 2023 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/schoenheit-124971 aufgerufen werden.
„Bei Sprache handelt es sich um Systeme der Kommunikation von Menschen, Tieren und Maschinen.“ Mit diesem Satz beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon. Nach grundsätzlichen Erklärungen und einer Darstellung von Entwicklung und Geschichte werden Ansätze einer Systemtheorie entwickelt, in der existenziellen Systemen wie Sprache und Moral sowie zivilisatorischen Systemen wie Politik, Journalismus, Wissenschaft und Kunst eine spezifische Aufgabe zugesprochen wird, deren Erfüllung jeweils durch ein anderes System beeinträchtigt werden kann. Diese Überlegungen kulminieren in der Feststellung, Sinn und Zweck von Sprache sei „nicht, moralisch zu sein“. Im Weiteren wird auf Dialogsysteme eingegangen, die natürliche Sprache verwenden, und auf Technologien und Programme, die Sprache übersetzen und bearbeiten, wobei hier oft ein Bias vorhanden ist und von offiziellen Regeln abgewichen wird. Ein eigener Abschnitt gehört den wirtschaftlichen Aspekten. Am Ende wird Kritik an Strömungen innerhalb der zuständigen Disziplin geübt: „Die Linguistik, die Sprache eigentlich beobachten und untersuchen sollte, gefällt sich in ihren vermeintlich progressiven Ausläufern darin, ihren eigenen Gegenstand zu manipulieren und zu instrumentalisieren. Dem tritt allerdings die klassische Sprachwissenschaft entgegen, wobei sie alte Größe zurückgewinnt, sofern sie nicht im Nostalgischen und Konservatorischen steckenbleibt.“ Zudem werden Überlegungen u.a. aus der Perspektive von Informationsethik, Medienethik, Roboterethik und Wirtschaftsethik angestellt. Der Beitrag ist am 31. Januar 2023 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/sprache-124739 aufgerufen werden.
Simone Luchetta vom Tages-Anzeiger hat Prof. Dr. Oliver Bendel zu Chatbots, Sprachassistenten und sozialen Robotern befragt. Eine Frage war, warum man seit Jahrzehnten davon spreche, dass wir bald Roboter heiraten, aber noch immer nichts dergleichen zu beobachten sei, allenfalls in Japan. Seine Antwort: „Es ist eine alberne Vorstellung, dass wir Chatbots, Sprachassistenten oder Roboter heiraten. Man muss nichts und niemanden heiraten, um eine Beziehung zu führen. In den meisten Fällen dürfte es sich auch um keine echte Ehe handeln. Manchen Produkten liegt ein Zettel bei, den man ausfüllen kann und der über eine Absichtserklärung eine Heirat darstellen soll. Die Maschine selbst hat keine Absichten. Sie hat auch weder Rechte noch Pflichten – und das ist eine schlechte Grundlage für einen Vertrag, der die Ehe letztlich ist. Tatsächlich führen aber viele Menschen eine Beziehung mit einem Sprachassistenten oder einem sozialen Roboter, nicht nur in Japan, sondern auch in den USA oder in Deutschland. Manche haben sogar einen Sexroboter wie Harmony oder gehen zu Liebespuppen in Bordellen. … Letztlich ist und bleibt es eine einseitige Beziehung. Der Roboter interessiert sich nicht für einen, er liebt und hasst einen nicht. Es ist einfach ein Ding, wenn auch ein Ding mit besonderen Eigenschaften. Es ist ein soziales Ding. Und deshalb gehen wir ihm auf den Leim.“ Das Interview umfasste weitere Fragen und Antworten, auch zu kommerziellen Chatbots. Einige Aussagen sind in den Artikel „Meine unheimlich nette Freundin“ eingeflossen, der am 13. und 14. November 2022 in mehreren Schweizer Zeitungen erschienen ist, etwa im Tages-Anzeiger und in der Basler Zeitung. Er ist Teil eines aktuellen KI-Schwerpunkts der Tamedia-Gruppe.
„Die Welt im weiteren Sinne ist die Gesamtheit von Materie, Raum und Zeit. Man kann sie zum einen als das Universum sehen, zum anderen als die Realität. Die Welt im engeren Sinne ist die Erde, ein von Wasser- und Landmassen bedeckter und von Tieren und Menschen bewohnter Planet. Den Mond mag man als Teil dieser Welt deuten, da er als Trabant die Erde begleitet und durch die Gezeiten prägt, die Sterne dagegen als Teil einer fernen, fremden Welt. Die Sonne, ein Gelber Zwerg, ist ebenfalls Teil der Welt im engeren Sinne und bestimmt die Geschicke auf dem blauen Planeten, der um sie kreist.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon zum Begriff der Welt von Oliver Bendel, veröffentlicht am 2. Mai 2022. Im zweiten Abschnitt, in dem die Entwicklung der Welt in aller Kürze dargelegt wird, kommen auch Roboter vor: „Neben Bakterien, Pilzen, Pflanzen, Tieren und Menschen etablieren sich Artefakte wie serviceorientierte oder soziale Roboter, die Interaktion und Kommunikation beherrschen und sich mit uns Räume und Ressourcen teilen.“ Im fünften Abschnitt wird u.a. auf Klimawandel und Umweltzerstörung eingegangen und in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Technik-, Wirtschafts- und Umweltethik betont. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/welt-123142 aufgerufen werden.
Abb.: Ein Globus ist eine sehr kleine Darstellung der Welt
Chatbots stehen auf Websites von Unternehmen bereit, um über Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Einige dienen auch einfach der Unterhaltung und Entspannung. Kuki (früher Mitsuku) und Replika lernen dazu und erinnern sich an Aussagen der Benutzer. Manche Benutzer wenden den Chatbots und Sprachassistenten gegenüber verbale Gewalt an. Dies kann innerhalb von Rollenspielen passieren und als Ventil funktionieren. Man verbleibt innerhalb der Virtualität. Fragwürdig ist es, wenn die Realität in der Weise einbezogen wird, dass sich die Benutzer vor Freunden mit ihren Taten brüsten und sich ihr Verhalten in ihren Beziehungen verändert. Was die Beziehungen zu den Chatbots und Sprachassistenten anbetrifft, muss beachtet werden, dass sie einseitig sind. Die Softwareroboter zeigen Emotionen und Empathie, aber sie haben sie nicht. Sie scheinen sich für ihr Gegenüber zu interessieren, aber in Wirklichkeit ist da nichts, was sich interessieren könnte. Natürlich ist es wichtig, die Phantasie in der Realität wachzuhalten, und dies kann über Fiktionalität und Virtualität geschehen. Problematisch wird es jedoch, wenn dauerhaft die Grenzen verschwimmen und man den Chatbot oder Sprachassistenten für einen ernstzunehmenden Partner hält. Der österreichische Standard hat Oliver Bendel zu dieser Thematik interviewt. Der Beitrag von Jakob Pallinger ist am 15. April 2022 in der Printausgabe erschienen („Meine Freundin, der Roboter“), am 17. April in der Onlineversion („Warum immer mehr Menschen künstliche Freunde und Partner haben“).
Abb.: Meine Freundin, der Chatbot, taucht gleich auf
Das aktuelle Magazin des Zürcher Tierschutzes bringt ein zweiseitiges Interview mit Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel zu seiner Forschung über tierfreundliche Maschinen. Geführt hat es Dr. sc. ETH Bea Roth. Der Informations- und Maschinenethiker beobachtet seit Jahren, dass sich teilautonome und autonome Maschinen immer mehr verbreiten, bei den Folgen aber vor allem an den Menschen gedacht wird. Robotik und Künstliche Intelligenz sind geradezu stolz darauf, auf unsere Bedürfnisse zu fokussieren, und vergessen dabei oft die von Tieren. Dabei könnte man z.B. Haushaltsroboter auf eine einfache Weise tierfreundlich gestalten. Oliver Bendel hat mit seinen jeweiligen Teams in diesem Bereich Prototypen wie LADYBIRD und HAPPY HEDGEHOG entwickelt. Zudem hat er ein System für die Gesichtserkennung bei Bären in den Alpen konzipieren lassen. Seine Vision ist, dass in riesigen Naturparks die Wildtiere in Ruhe gelassen und allenfalls von Robotern beobachtet und zur Not versorgt werden. Das ZT-Magazin steht auch online zur Verfügung.
Abb.: Auch Elefanten können von Maschinen profitieren
„In immer mehr Pflegeheimen hilft Pepper aus. Er erzählt Witze, liest Märchen vor oder macht Tiere nach. Doch der Entertainer, der mit seinen schwarzen Kulleraugen Patienten bespaßt, ist kein Mensch, sondern ein Roboter. Ausgestattet mit Mikrofonen, 3D-Kamera und Sensoren, kann der 1,20 Meter große Androide seine Umgebung wahrnehmen und Konversationen führen. Er wird nicht müde, hat keine Launen und fordert keine Lohnerhöhung.“ (Standard, 7. März 2022) Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Adrian Lobe, der am 7. März 2022 im Standard erschienen ist. Zu Wort kommt mehrmals Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich, der Herausgeber des Standardwerks „Pflegeroboter“ (Springer Gabler, 2018, Open Access). Er sieht Roboter wie Lio, Care-O-bot und Pepper als nützliche Werkzeuge, die die persönliche Autonomie von Pflegebedürftigen verbessern können. Zugleich warnt er davor, dass sie die informationelle Autonomie schädigen und in die Privat- und Intimsphäre eindringen können. Der Beitrag „Wie Roboter in der Pflege eingesetzt werden können“ ist über www.derstandard.at/story/2000133832873/wie-roboter-in-der-pflege-eingesetzt-werden-koennen verfügbar.
Abb.: Würde er sich von einem Roboter pflegen lassen?
Andrea Buzzis Podcast „E-Health Pioneer“ ist „der Business-Podcast für den digitalen Gesundheitsmarkt – ausgezeichnet mit dem Silber Award der VISION.A Awards 2021 in der Kategorie Bester Podcast Healthcare“ (Website The Medical Network). Ihre Interviewgäste sind – so die Website – Gründer, Innovatoren und Akteure im E-Health-Bereich. „Der Podcast regt den Dialog zwischen Unternehmen, Patienten und Ärzten an und verschafft digitalen Gesundheitsprodukten Gehör. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine neue Folge mit und für Gründer, Ärzte, Versicherungsunternehmen und alle Menschen, die jetzt und in Zukunft von digitaler Gesundheit profitieren werden.“ (Website The Medical Network) Seit dem 10. Februar 2022 ist der Podcast „Robben gegen den Pflegenotstand?“ mit Prof. Dr. Oliver Bendel zu hören. Der Informations- und Maschinenethiker geht auf Pflege- und Therapieroboter ein und vertritt die Meinung, dass diese Pflegekräfte und -bedürftige unterstützen können, aber keine Lösung für den Pflegenotstand sind. Helfen würden dagegen eine bessere Bezahlung und mehr Respekt. Der Podcast kann über themedicalnetwork.de/homepage-main/podcast/ aufgerufen werden.
Zahlreiche führende Experten und hochtalentierte Nachwuchswissenschaftler haben am Buch „Soziale Roboter“ mitgewirkt. Von Hans-Jürgen Buxbaum und Sumona Sen stammt die Abhandlung „Soziotechnische Robotersysteme in Produktion, Pflege und Alltag – neue Wege der Mensch-Maschine-Interaktion: Ein Ansatz für neue Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und Maschine durch Kombination der industriellen Mensch-Roboter-Kollaboration mit der sozialen Robotik“. Aus dem Abstract: „Die Robotik hat sich über viele Jahrzehnte als eine wichtige Säule der industriellen Automation entwickelt. In der Industrie 4.0 entstehen heute zunehmend Cyber-Physical Production Systems, die über mannigfaltige Sensorik und Kommunikationsschnittstellen in permanenter Verbindung untereinander und mit den in der Produktion arbeitenden Menschen stehen. Die Produktionsarbeit wandelt sich kontinuierlich, neue Kompetenzen und Interaktionsformen werden notwendig. Auch im Bereich der Robotertechnik entstehen neue, soziotechnische Robotersysteme, die ohne Schutzzäune gefahrlos mit Menschen kooperieren und kollaborieren können, sogenannte Cobots. Parallel zu dieser Entwicklung in der Industrie sehen wir eine Zunahme soziotechnischer Systeme in nichtindustrieller Nutzung, wie Service oder Pflege, und ebenfalls im privaten Bereich. Hier stellt sich die Frage, inwieweit diese neuen Einsatzgebiete von den Erfahrungen im Kontext der Industrie 4.0 profitieren können, wo bereits ergonomische Gestaltungsprinzipien, interaktive Kommunikationsformen und fortschrittliche Sicherheitskonzepte existieren. Eine Vereinigung der unterschiedlich ausgelegten Technologien kann zu einer gewinnbringenden Symbiose in neuen Bereichen wie Service- oder Pflegerobotik führen.“ Das von Oliver Bendel herausgegebene Werk ist Anfang November 2021 erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.
In seinen Artikeln „Serviceroboter als Helfer in der Not“ (Telepolis, 13. Mai 2020) und „Der Einsatz von Servicerobotern bei Epidemien und Pandemien“ (HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, 14. Oktober 2020) stellte Prof. Dr. Oliver Bendel dar, wie Serviceroboter bei Krisen und Katastrophen und bei Pandemien eingesetzt werden können. Insbesondere Transport-, Sicherheits- und Reinigungsroboter seien relevant. Zudem könne man Pflegeroboter verwenden und auch umrüsten, etwa um sie Desinfektionsaufgaben erledigen zu lassen. Die dpa befragte den Technikphilosophen aus Zürich im Juni zum Thema. Der Beitrag von Frederick Mersi erschien am 20. und 21. Juni 2021 in mehreren Zeitungen und Zeitschriften unter verschiedenen Titeln, etwa bei Heise Online („Helfer ohne Ansteckungsgefahr: Schlägt jetzt die Stunde der Roboter?“).
„Eine Auseinandersetzung mit der Digitalisierung berührt zentrale ethische Fragestellungen. Hierunter fallen Themen wie Identität, Sinnfindung, Persönlichkeitsentfaltung und Selbstverwirklichung ebenso wie Fragen nach informationeller Selbstbestimmung, Handlungs-, Informations- und Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Humanität, Verantwortung, Frieden und Sicherheit. Aspekte der Technikethik und des Umweltschutzes, die Folgen der Globalisierung, Digitalisierung und Vernetzung sowie die Diskussion verschiedener Gesellschaftsmodelle stehen ebenfalls zur Diskussion.“ (Website E & U) Dies schreibt die Zeitschrift Ethik & Unterricht zu ihrer neuen Ausgabe (Nr. 2/2021) mit einem Schwerpunkt zur Digitalisierung. Die Hauptbeiträge zu Robotik und Maschinenethik stammen von Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik sowie Informations- und Maschinenethik an der Fachhochschule Nordwestschweiz; „Serviceroboter aus ethischer Sicht: Herausforderungen und Grenzen ihres Einsatzes“) und Catrin Misselhorn (Professorin für Philosophie an der Georg-August-Universität Göttingen; „Künstliche Intelligenz und Ethik: Leitlinien für moralische Maschinen“). Die Ausgabe ist über www.friedrich-verlag.de/shop/digitalisierung-541086 erhältlich.
Betrügende, täuschende und lügende Hardware- und Softwareroboter sind ein Stück weit erforscht. Die wenigen Prototypen wurden in der Disziplin der Maschinenethik gebaut, etwa von Ron Arkin (Georgia Tech) und Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Sie diskutierten 2016 zusammen in Krakau über „deceptive machines“ … Beratungs- und Verkaufsroboter – meist soziale Roboter – werden sich immer mehr verbreiten. Verkäufer und Berater sind selten Betrüger – aber sie manipulieren häufig die Kunden, damit diese ein Produkt kaufen. Die Frage ist nun, ob der Roboter dies auch tun soll. Dazu entsteht derzeit eine Masterarbeit unter der Betreuung von Oliver Bendel. Seit dem 9. Februar 2021 wird eine Onlinebefragung zum Thema durchgeführt. Die Studentin Liliana Margarida Dos Santos Alves schreibt auf ihrer Website: „Das Hauptziel meiner Masterthesis und Umfrage ist es, herauszufinden, ob es ethisch und moralisch vertretbar ist, humanoide Beratungs- und Verkaufsroboter im Einzelhandel einzusetzen, die Kunden derart manipulieren können, dass sie deren Kaufentscheidungen beeinflussen, um gezielt davon zu profitieren (z. B. Verkauf von Produkten, die der Kunde gar nicht braucht).“ Man kann an der Befragung bis ca. Ende April 2021 über www.survio.com/survey/d/V7Y/manipulativeroboter teilnehmen.
Die Verschmutzung der Gewässer durch Plastik ist ein Thema, das seit ein paar Jahren ständig in den Medien zu finden ist. Bereits 2015 wurde an der Hochschule für Technik FHNW und der Hochschule für Wirtschaft FHNW untersucht, ob ein Roboterfisch – in der Art des CLEANINGFISH (2014) von Oliver Bendel – eine Lösung sein könnte. 2018 wurde von dem Informations- und Maschinenethiker eine weitere Arbeit vergeben, mit dem Auftrag, mehrere bestehende oder geplante Projekte zu untersuchen, die sich der Meeresverschmutzung annehmen. Als Grundlage der Abschlussarbeit im Studiengang EUT von Rolf Stucki diente „eine Literaturrecherche zum aktuellen Stand der Plastikproblematik weltweit und deren Auswirkungen, aber auch zu den Eigenschaften und Vorzügen von Kunststoffen“ (Management Summary). „Zusätzlich wurden Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Projekte geführt. Um die internen Unternehmensfaktoren (Stärken, Schwächen) und externen Umweltfaktoren (Chancen, Risiken) zu beurteilen, wurden anhand der Antworten und der Recherche SWOT-Analysen erstellt.“ (Management Summary) Die Resultate zeigen laut Stucki, dass die meisten Projekte finanziell abhängig sind von Sponsoren und Geldgebern. Zwei von ihnen seien außerdem in der Konzeptphase; sie sollten mittelfristig die technische und finanzielle Machbarkeit nachweisen. Mit Blick auf das soziale Engagement lasse sich sagen, dass alle sechs Projekte sehr aktiv sind. Ein Plakat zeigt einen Vergleich (die Fotos wurden für die Publikation in diesem Blog verfremdet). Als Roboter sticht WasteShark aus den Ansätzen heraus. Er ist sozusagen der CLEANINGFISH, der Realität geworden ist.
„Roboter, Empathie und Emotionen“ – dieses Forschungsprojekt hatte die Einrichtung für Technologiefolgenabschätzung der Schweiz, die TA-SWISS, vor einiger Zeit ausgeschrieben. Den Zuschlag hat ein Konsortium von FHNW, ZHAW und Universität St. Gallen erhalten. Der Antragsteller, Prof. Dr. Hartmut Schulze von der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, deckt die Psychologie ab. Der Co-Antragsteller, Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW, nimmt die Perspektive von Informations-, Roboter- und Maschinenethik ein, die Co-Antragstellerin, Prof. Dr. Maria Schubert von der ZHAW, die der Pflegewissenschaft. Die TA-SWISS stellte auf ihrer Website fest: „Welchen Einfluss haben Roboter … auf unsere Gesellschaft und auf die Personen, die mit ihnen interagieren? Sind Roboter vielleicht eher Spitzel als Vertraute? … Was erwarten wir von diesen Maschinen beziehungsweise was dürfen wir effektiv von ihnen erwarten? Zahlreiche soziologische, psychologische, wirtschaftliche, philosophische und rechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen und künftigen Einsatz und Potenzial der Roboter sind noch offen.“ (Website TA-SWISS) Das Kick-off-Meeting mit einer Begleitgruppe fand am 26. Juni 2019 in Bern statt.