„Soziale Roboter“ als erfolgreiches Fachbuch

Das Buch „Soziale Roboter: Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat am 1. März 2026 400.000 Accesses auf Springer Nature Link erreicht. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Experten der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Das Fachbuch ist Ende 2021 bei Springer Gabler erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es in jeder Buchhandlung verfügbar.

Abb.: Eiliko von Energize Lab (Foto: Energize Lab)

KI und Soziale Robotik für Autismus

Unter dem Titel „KI trifft Autismus“ veranstaltet autismus schweiz am 30. Mai 2026 eine Fachtagung, die sich der Rolle künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft und im Kontext von Autismus widmet. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen aus KI und Robotik sowie deren Einfluss auf Alltag, Forschung und Lebensrealitäten, verbunden mit einer Einordnung der Chancen und Herausforderungen dieser Technologien. Fachliche Impulse liefern Matthias Schüssler, Dr. Maya Schneebeli, Prof. Dr. André Frank Zimpel, Dr. Christa Schmid Meier und Prof. Dr. Oliver Bendel. Das detaillierte Programm ist in der offiziellen Ausschreibung veröffentlicht. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort als Live-Anlass im großen Hörsaal Nord des Universitätsspitals Zürich als auch zeitversetzt über eine On-Demand-Version möglich. Während der Live-Veranstaltung werden die Referate aus dem Hauptraum zusätzlich in einen Nebenraum übertragen, der speziell für Personen im Autismus-Spektrum vorgesehen ist. Die Aufzeichnung steht etwa zehn Tage nach dem Anlass bis Ende Juli 2026 über das Veranstaltungsportal zur Verfügung. Weitere Informationen sind über portal.autismus.ch/veranstaltungen/202 abrufbar.

Abb.: QTrobot (Foto: LuxAI)

Was sind und tun KI-Agenten?

„KI-Agenten (engl. ‚AI agents‘) sind autonome Systeme, die wahrnehmen, entscheiden sowie zielorientiert agieren und reagieren können, mit Konsequenzen im virtuellen und realen Raum. ‚KI‘ steht für ‚künstliche Intelligenz‘, ‚AI‘ für ‚artificial intelligence‘. ‚Agent‘ stammt von lat. ‚agens‘ (Partizip Präsens Aktiv von ‚agere‘, dt. ‚handeln‘, ‚tun‘ oder ‚verrichten‘). Bereits die Softwareagenten der 1990er-Jahre (auch autonome oder intelligente Agenten bzw. Softwareagenten genannt) sind KI-Agenten. Seit Anfang der 2020er-Jahre werden verstärkt Large Language Models (LLMs) als Basis eingesetzt.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel, erschienen am 6. Februar 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon. Es werden im zweiten Abschnitt Beispiele genannt, darunter die Open-Source-Software OpenClaw (vorher Moltbot und Clawdbot). Die darauf basierenden Agenten treiben derzeit auf Moltbook ihr Unwesen. Im dritten Abschnitt wird die Perspektive von Informationsethik und Wirtschaftsethik eingenommen. So heißt es u.a.: „Autonomie verschiebt sich durch solche Systeme zunehmend von Menschen zu Maschinen, mit dem Risiko, dass persönliche und informationelle Autonomie gefährdet sind.“ Der vollständige Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ki-agent-175166 aufgerufen werden.

Abb.: Harmony als Beispielcharakter eines Expert Coach (2002)

Grundlagen von Physical AI

„Physical AI ist die Verbindung von künstlicher Intelligenz (abgekürzt ‚KI‘, im Englischen ‚AI‘ von ‚Artificial Intelligence‘) mit physischen Systemen wie Kameras, Geräten, Anlagen, Drohnen, Robotern und selbstfahrenden Autos und Bussen. Sie ermöglicht diesen, komplexe Vorgänge in der physischen Welt wahrzunehmen, zu analysieren, zu evaluieren und auszuführen. Es geht nicht nur darum, teilautonome oder autonome Maschinen mit Hilfe von KI aufzuwerten und zu erweitern, wie im Falle von Gesichtserkennung, Gestikerkennung und Emotionserkennung oder von Chatbots für soziale Roboter, sondern darum, für die KI gleichsam einen Körper zu suchen, in dem sie sich entfalten und beweisen kann.“ Mit diesen Worten beginnt ein Artikel von Oliver Bendel, der am 16. Januar 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Es werden technische Grundlagen erläutert, Beispiele für Lösungen gegeben und Anwendungsbereiche genannt: „Wearables, Wearable Robots und Wearable Social Robots können zu Inclusive AI und Inclusive Robotics beitragen, indem sie behinderte und beeinträchtigte Personen physisch und psychisch unterstützen.“ Am Ende erfolgt eine Einordnung aus Sicht von Informationsethik und KI-Ethik sowie Wirtschaftsethik. Der Artikel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/physical-ai-177399 aufgerufen werden.

Abb.: Auch Echo kann man zu Physical AI zählen

Der Schweizer Roboter-Flüsterer

Michael Marti vom Tages-Anzeiger hat mit Prof. Dr. Oliver Bendel ein Interview geführt. Vor allem ging es um robotische Zweibeiner, die als Allzweckroboter vermarktet werden. Beispiele sind Figure 03, Neo und Optimus. Der Technikphilosoph nimmt an, dass die Einführung in die Haushalte in zwei Wellen erfolgen wird. In der ersten Welle versucht man, möglichst viele Exemplare zu verkaufen, um sie in der Realität einzusetzen. Die Allzweckroboter bewegen sich durch Wohnungen und Häuser, treffen auf Menschen und Tiere. Mithilfe von Kameras und Sensoren werden Daten erzeugt, die nicht nur für Wahrnehmung, Beurteilung und Steuerung, sondern auch für das Training wesentlich sind. In der zweiten Welle erfolgt dann die massenhafte Einführung – wenn diese nicht an Faktoren scheitern wird, die ebenfalls genannt werden. Im Teaser des Artikels, der das Interview enthält, steht: „Der Mann ist der Schweizer Roboter-Flüsterer. Oliver Bendel (57), Professor für Maschinenethik an der FHNW in Windisch AG, erforscht seit Jahren, wie wir mit Robotern leben – und was sie mit uns machen.“ (Tages-Anzeiger, 26. November 2025) Der Artikel ist am 26. November 2025 erschienen und kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Der Schweizer Roboter-Flüsterer  (Foto: Marc Heimann)

Seminar zu KI und Robotik im Alter

„In einer Zeit, in der technologische Innovationen rasant voranschreiten, ist es von zentraler Bedeutung, die gesellschaftlichen und politischen Implikationen von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik im Kontext des Älterwerdens zu verstehen.“ Dies schreibt das Netzwerk für Senior-Internet-Initiativen (sii) Baden-Württemberg auf seiner Website und lädt im Rahmen eines offenen Seminars alle Interessierten ein, „die vielfältigen Chancen und Herausforderungen zu erkunden, die moderne Technologien für unsere Gesellschaft mit sich bringen“, und sich mit anderen Interessierten auszutauschen. Mitveranstalter sind Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und ZAWiW der Universität Ulm. Zu den Referenten gehören Dr. Judith Schoch, Evangelische Heimstiftung („Innovation durch KI & Robotik in der Pflege“), und Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW („Soziale Roboter, Assistenzroboter und Allzweckroboter in der Pflege“). Das Seminar „KI & Robotik im Alter“ findet vom 27. bis 29. Oktober 2025 im Haus auf der Alb in Bad Urach statt. Weitere Informationen über netzwerk-sii-bw.de/termin/ki-robotik-im-alter/.

Abb.: Senioren im Gespräch

Künstliche Intelligenz bei „Der Tag“

„Der Tag. Ein Thema, viele Perspektiven“ – das ist der Titel einer Serie bei hr2-kultur, einem Angebot des Hessischen Rundfunks. „Jeden Tag ein wichtiges Thema – von Montag bis Donnerstag. Eines, das Fragen aufwirft.“ (Website HR) „Der Tag“, so die Website, „sucht Antworten, beleuchtet Hintergründe und ordnet ein“ (Website HR). Am 30. September 2025 wurde der Beitrag „Immer menschlicher – Wie nah ist uns die KI?“ ausgestrahlt. Enthalten ist ein Gespräch mit Oliver Bendel. Es geht um Chatbots, Sprachassistenten und soziale Roboter. Mit Chatbots beschäftigt er sich seit den 1990er-Jahren. Schon damals testete er sie. Um die Jahrtausendwende promovierte er über pädagogische Agenten, also Chatbots und Sprachassistenten in Lernumgebungen. Auch Hardwareelemente waren damals teilweise vorhanden, etwa Systeme zur Gesichtserkennung. Ab 2012 wandte sich der Technikphilosoph, der nicht nur reflektiert, sondern auch implementiert, neuartigen Chatbots wie GOODBOT zu, die Probleme des Benutzers erkennen und auf mehreren Stufen eskalieren können – bis zur Herausgabe einer Notfallnummer. Der Prototyp war 2013 fertig. Der Nachfolger BESTBOT aus dem Jahre 2018 verwendete zusätzlich Gesichts- und Texterkennung mit Emotionserkennung. OpenAI hat damit begonnen, ähnliche Sicherheitsmerkmale in ChatGPT einzubauen. Der Beitrag kann über www.hr-inforadio.de/podcast/der-tag/index.html aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Jork Weismann)

Du bist mein Mensch

Unter dem Titel „Mensch 2.0: Die Vision des universellen Roboters“ hielt Prof. Dr. Oliver Bendel am 4. Juni 2025 ab 19 Uhr in der Stadtbibliothek Stuttgart den Eröffnungsvortrag zur Tagung „Next Frontiers“ … Dabei zeigte er auf, dass alle Elemente einer solchen Maschine vorhanden sind. Man muss sie nur noch zusammenfügen, was freilich keine triviale Aufgabe ist. Robotische Zweibeiner, die als Allzweckroboter vermarktet werden, können als Vorstufen universeller Roboter gelten. Figure, Digit und Apollo arbeiten bereits in Fabriken auf der ganzen Welt … Danach trug auf dem Podium die Autorin Emma Braslavsky („Ich bin dein Mensch“, verfilmt von Maria Schrader) aus einem Dialog mit Claude vor, einem LLM-basierten Chatbot. Dieser beeindruckte durch Beschreibungen seiner eigenen Existenz. Sie sprach mit Oliver Bendel, inzwischen auch auf dem Podium, über die neuesten Entwicklungen und ihre Folgen. Die Moderation oblag Thomas Klingenmaier, Redakteur der Stuttgarter Zeitung. Schließlich wurde das Publikum einbezogen. So groß war das Interesse, dass der Saal auch nach drei Stunden noch vollbesetzt war. Alle Erkenntnisse und Eindrücke hat der Zeichner und Illustrator Heyko Stöber eingefangen, einer der Besten seines Fachs.

Abb.: Zwei Roboter lernen sich kennen

Mit Cleop@tr@ in Ägypten

Seit 2012 baut Prof. Dr. Oliver Bendel – teils mit seinen Studenten und Studentinnen, teils im Alleingang – Chatbots und Sprachassistenten. Diese wurden von den Medien besprochen und von der NASA für interessant befunden. Sein theoretisches Rüstzeug und praktisches Anschauungsmaterial hat er aus seiner Promotion zu diesem Thema, die ein Vierteljahrhundert zurückliegt. Seit 2022 liegt der Fokus auf Dialogsystemen für tote und gefährdete Sprachen. Es entstanden @ve, ein Chatbot für Latein (Implementierung durch Karim N’diaye), @llegra, ein Chatbot mit Sprachausgabe für Vallader, ein Idiom des Rätoromanischen (Implementierung durch Dalil Jabou), und kAIxo, ein Chatbot mit Sprachausgabe für Baskisch (Implementierung durch Nicolas Lluis Araya). Zudem experimentiert Oliver Bendel mit Chatbots für ausgestorbene Sprachen wie Ägyptisch und Akkadisch. Die Welt hat am 1. April 2025 einen Artikel zu seiner Arbeit veröffentlicht, mitsamt einem längeren Interview, in dem der Technikphilosoph die Möglichkeiten und Beschränkungen von großen Sprachmodellen in diesem Kontext dargelegt. Cleop@tr@ nutzt die Multimodalität von GPT-4 für ihre Übersetzungen und Deutungen. Der Artikel kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Ein ägyptisches Motiv

DLF-Sendung zu KI und Musik

Musikgeneratoren sind Audiogeneratoren, die Musik generieren. Dafür werden sie mit großen Datenmengen trainiert. Die KI-Systeme können Musikstücke komponieren und Musik produzieren, wobei sie bestimmte Stile und Stimmen imitieren können. Sie sind auch in der Lage, Songs zu remixen. Es sind zahlreiche Musikgeneratoren verfügbar, als Prototypen und Produkte, wie Soundraw, Boomy, Jukebox, AIVA und Mubert. Mit Audimee, Suno AI und Kits.ai kann man eigene Stimmen anlegen und trainieren. Auf TikTok fand sich im April 2023 ein neuer Musikclip der beiden kanadischen Sänger Drake und The Weeknd. Er wurde laut Golem vom Kanal ghostwriter977 veröffentlicht und ist nach Angaben des Benutzers mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt worden. Seitdem gab es mehrere weitere freundliche und feindliche Übernahmen von Stilen und Stimmen. Über dieses Thema, aber auch über die Konzerte von Miku Hatsune und die Voyage-Tour von ABBA, hat Bernd Lechler vom Deutschlandfunk mit Prof. Dr. Oliver Bendel – Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker aus Zürich – gesprochen. Entstanden ist die Sendung „Corso Spezial: Aura – Hat KI-Musik eine Seele?“, die am 3. Oktober 2024 ausgestrahlt wurde. Man kann sie über die DLF-Website und bei Spotify anhören.

Abb.: Vergangene Zeiten

Neue Runde des Bundeswettbewerbs KI

Der Bundeswettbewerb KI unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, geht in eine neue Runde. Auf der Website wird mit den Worten geworben: „Eure Ideen sind gefragt! Verändert die Welt mit Künstlicher Intelligenz und entwickelt euer eigenes KI-Projekt. Setzt eure Idee um und nutzt dazu die Methoden des maschinellen Lernens. Lasst euch von den Projekten aus dem Vorjahr inspirieren.“ (Website BWKI) Der Wettbewerb richtet sich nach den Angaben der Initiatoren und Organisatoren an Schüler und Schülerinnen weiterführender Schulen. Eine Teilnahme im ersten Jahr nach dem Schulabschluss sei ebenfalls möglich. Auf Instagram stehen Materialien und Interviews zu interessanten Themen und Disziplinen zur Verfügung. Dazu gehört die Tier-Maschine-Interaktion (mitsamt Ansätzen der Maschinenethik), die von Prof. Dr. Oliver Bendel erklärt wird, etwa in den Beiträgen „Wie sollen sich Maschinen gegenüber Tieren verhalten“ (14. März 2024), „Können Tiere und Maschinen Freunde werden?“ (17. März 2024) und „Schützt KI Igel vor dem Rasenmähertod?“ (21. März 2024). Im Teaser der Website heißt es: „Meldet euch, euer Team und eure Idee bis zum 2. Juni 2024 an. Euer Projekt könnt ihr dann bis zum 15. September 2024 fertigstellen. Wer ist dabei?“ (Website BWKI) Weitere Informationen über www.bw-ki.de.

Abb.: Tier-Maschine-Interaktion kann eine Perspektive sein

KI-Girlfriends und Sexroboter

Christian Batzlen und Pia Masurczak von SWR2 führten mit Prof. Dr. Oliver Bendel ein langes Gespräch über die Zukunft der Liebe, im Rahmen der Reihe „Was geht – was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur.“ … Die Sendung wurde am 9. Februar 2024 ausgestrahlt. Am selben Tag wurde der redaktionelle Beitrag „KI-Girlfriends und Sexroboter: Wie lieben wir zukünftig?“ auf die Website von SWR2 gestellt. Der Podcast kann dort aufgerufen werden. Im Gespräch erzählte der Technikphilosoph, dass er schon in den 1990er-Jahren mit Chatbots in Berührung kam. Er traf sie zunächst in Chatrooms, die damals beliebt waren, dann – um die Jahrtausendwende – auf Websites von Unternehmen. Damals lernte er auch die virtuelle Freundin von Artificial Life kennen, die Vorgängerin der heutigen Geschöpfe. Für diese interessiert er sich aus technischer und ethischer Sicht. Eine Beziehung mit ihnen geht er nicht ein, und er betont auch, dass eine solche immer einseitig bleiben muss. In der Sendung wird eine Frau vorgestellt, die eine Beziehung mit einem Chatbot führt. Sie ist ganz offensichtlich in ihrer Vorstellung gefangen. Sie ist sozusagen Opfer der Simulation. Auch auf Liebespuppen und Sexroboter kommt die Sprache. Eine gelegentliche Benutzung hält Oliver Bendel für unproblematisch. Sie können dazu dienen, Schüchternheit zu überwinden und auf Entdeckungsreise zu geheimen Sehnsüchten zu gehen. Aber auch hier gilt: Wer glaubt, dass es sich um eine echte Beziehung handelt, ist in die Falle der Simulation getappt. Der Podcast ist hier verfügbar.

Abb.: KI-Girlfriend (Bild: DALL-E 3)

HAPPY HEDGEHOG findet Nachahmer

Sebastian Albert ging laut einer Meldung von idw-online beim Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (BWKI) als Sieger in der Sonderkategorie „Hardware“ hervor. „Angetreten als ‚Igelretter‘, entwickelte der 20-Jährige aus March bei Freiburg einen Algorithmus, der mit Hilfe eines Aufsatzes am Mähroboter Igel erkennt und diesen ausweicht. Er schützt sie so vor dem qualvollen Tod. Ausgezeichnet wurde das Projekt mit einem Geldpreis in Höhe von 750 Euro.“ (iwd-online, 13. November 2023) Damit hat der Nachwuchsforscher ein Projekt wiederholt, das Prof. Dr. Oliver Bendel von August 2019 bis Januar 2020 mit einem Team von drei Studenten und einer Studentin im Kontext der Maschinenethik durchführte. Der Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosoph aus Zürich verfasste nach Abschluss zusammen mit Emanuel Graf und Kevin Bollier das Paper „The HAPPY HEDGEHOG Project“ und präsentierte es zusammen mit Emanuel Graf bei den AAAI 2021 Spring Symposia. Der Prototyp eines Mähroboters benutzt eine Wärmebildkamera und Machine Learning. Im ersten Schritt untersucht er seine Umgebung auf warme Objekte in einem bestimmten Temperaturbereich. Wenn er etwas gefunden hat, was zu einem Lebewesen passt, leitet er nähere Untersuchungen ein. Zu diesem Zweck wurde er mit Igelbildern trainiert. Stellt er fest, dass es sich um ein solches Tier handelt, unterbricht er seine Arbeit. HAPPY HEDGEHOG inspiriert seit seiner Erfindung Firmen und Forscher. Mehrere Medien haben seit 2021 über den tierfreundlichen Mähroboter berichtet, etwa der Beobachter und das Magazin der Schweizer Tierschutzes. Die Stuttgarter Zeitung berichtete am 8. November 2023 über den BWKI und erwähnte dabei auch das Original aus der Schweiz.

Abb.: Ein Igel wird gerettet

Wie KI unser Liebesleben revolutioniert

Den „F.A.Z. Podcast für Deutschland“ gibt es an jedem Werktag auf die Ohren. Redakteure und Moderatoren sind Corinna Budras, Livia Gerster, Felix Hoffmann, Kathrin Jakob, Sandra Klüber, Andreas Krobok, Kati Schneider, Simon Strauß und Theresa Weiß. Am 19. September 2023 sprach Simon Strauß mit Prof. Dr. Oliver Bendel über Liebespuppen und Sexroboter. Der Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosoph ging dabei auf neuere Entwicklungen ein, nicht nur in technischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Denn nach seiner Beobachtung ist der Markt für Liebespuppen und Sexroboter durchaus nicht gesichert. Das BordDoll in Dortmund hat gerade seine Pforten geschlossen, angeblich wegen Personalmangels – denn die Puppenkörper müssen gut gereinigt und sicher verstaut werden. Vielleicht aber auch, weil die Nachfrage nach sechs Jahren gesunken ist. Auf den Seiten des führenden Anbieters für Sexroboter – RealDoll, Realbotix und Abyss Creations sind im Grunde eine Firma – muss man Harmony regelrecht suchen. Realbotix hat gar Denise in den Vordergrund gestellt, eine recht bieder wirkende Roboterfrau, die Besucher eher an der Rezeption eines Hotels als auf der Matratze eines Bordells empfangen soll. Deutlich wurde der Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosoph in Bezug auf Kinderpuppen: Diese dürfen seiner Ansicht nach höchstens im Rahmen einer Therapie eingesetzt werden und nicht frei erhältlich und nutzbar sein. Es brauche empirische Forschung in diesem Bereich, die aber kaum stattfinde. Der Podcast „Sex mit Robotern: Wie KI unser Liebesleben revolutioniert“ steht über www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/sex-mit-robotern-wie-ki-unser-liebesleben-revolutioniert-19185247.html zur Verfügung.

Abb.: Wie KI unser Liebesleben revolutioniert (Bild: Ideogram)

Küss mich, Robo!

Das neue Philosophie Magazin (Oktober/November 2023) wartet mit dem Dossier „Macht künstliche Intelligenz uns freier?“ auf. Dominik Erhard schreibt über „das neue Feuer“. Künstliche Intelligenz rufe oft zwei grundsätzlich unterschiedliche Reaktionen hervor. Die Schriftstellerin Meghan O’Gieblyn wird im Artikel von Stefania Gherca mit dem Satz „KI ist unser kollektives Unbewusstes“ zitiert. Künstliche Intelligenz boome in Industrie und Forschung, bestimme immer mehr unseren Alltag und stelle unser menschliches Selbstverständnis als Krone der Schöpfung infrage. Antonia Siebeck hat für „Küss mich, KI!“ den Technikphilosophen Oliver Bendel befragt. Im Teaser heißt es: „Der Fortschritt der Technik lässt unsere Beziehungen nicht unberührt: Sexroboter offerieren neue Formen der Befriedigung …“ (Philosophie Magazin, Oktober/November 2023). Der Germanist und Philosoph Richard David Precht fragt mit Blick auf KI: „Das Ende der Mühsal?“ Im Teaser heißt es: „Künstliche Intelligenz steigert alte Ängste: Uns geht die Arbeit aus! Die Maschinen werden uns beherrschen! Dabei liegt in der technischen Entwicklung eine Chance, die schon Karl Marx formulierte. Um sie zu nutzen, müssten wir die Gesellschaft neu denken.“ (Philosophie Magazin, Oktober/November 2023) Frederike Kaltheuner und Friedrich Weißbach beschäftigen sich in „Intelligent töten?“ mit KI in der militärischen Praxis. Weitere Informationen über www.philomag.de.

Abb.: Küss mich, Robo!

Ein neuartiger Chatbot, der auf Constitutional AI beruht

Die Maschinenethik widmet sich maschineller oder künstlicher Moral bzw. moralischen Maschinen. Üblicherweise werden moralische Regeln in Maschinen gepflanzt, an die sich diese strikt halten. Seit einiger Zeit verwendet man auch Machine Learning, etwa im Kontext der Pflege. Die Maschine lernt aus ihren Erfahrungen bzw. aus den Daten und passt ihr Verhalten an. Unter dem Begriff der Constitutional AI erhält diese Richtung nun Auftrieb. Im Vordergrund stehen Sprachmodelle wie GPT-3 und GPT-4, die mit Leitlinien, Richtlinien und Gesetzen trainiert werden. An der Hochschule für Wirtschaft FHNW beginnt am 19. September 2023 das Projekt „CAIBOT: Der Chatbot, der auf Constitutional AI beruht“. Initiiert hat es Prof. Dr. Oliver Bendel, der seit vielen Jahren im Bereich der Maschinenethik forscht und mit seinen wechselnden Teams zahlreiche Prototypen gebaut hat. Für das Projekt konnte Cédric Wespi gewonnen werden. Er wird im Rahmen seiner Abschlussarbeit Grundlagen zu Constitutional AI erarbeiten und den CAIBOT prototypisch implementieren. Die Ergebnisse werden im Januar 2024 präsentiert.

Abb.: Der CAIBOT benutzt Sprachmodelle wie GPT