Eine neue Roboterente

Enten waren immer wieder Vorbild für animaloide Automaten und Roboter, insbesondere in Frankreich und Japan. Das europäische Land ist eigentlich für seinen grausamen Umgang mit diesen Tieren bekannt, scheint ihnen aber auch freundlich gesonnen zu sein. Berühmt wurde die mechanische Ente von Jacques de Vaucanson aus dem Jahre 1738/1739. 1709 in Grenoble geboren, starb der begnadete Ingenieur 1782 in Paris. Pollen Robotics hat seinen Sitz in Bordeaux. Das Unternehmen gehört inzwischen zu Hugging Face mit Sitz in Manhattan. Mit Microduck hat es einen kompakten Roboter vorgelegt, der als Experimentierplattform für Physical AI und Reinforcement Learning entwickelt wurde. Mit einer Höhe von rund 25 Zentimetern und einem Gewicht von weniger als 800 Gramm ist er vergleichsweise klein. Zur Ausstattung gehören 15 Motoren, eine Kamera, ein LiDAR-Sensor, zwei IMUs (Sensoren, die Beschleunigungen und Drehbewegungen messen), Mikrofone und Lautsprecher. Ein beweglicher Schnabel ermöglicht es der kleinen Ente zudem, kleine Gegenstände zu greifen. Sie kann laufen, sitzen, aufstehen, Gegenstände aufnehmen und verschiedene Bewegungsabläufe ausführen. Auch auf Inline-Skates, die man dazu bestellen kann, kann sie dahingleiten. Nach einem Sturz vermag sie sich aus unterschiedlichen Positionen selbstständig wieder aufzurichten. Im Mittelpunkt steht jedoch weniger die Nutzung als klassisches Roboterspielzeug als vielmehr das Experimentieren mit einem lernenden KI-System. Bewegungen und Verhaltensweisen können zunächst in einer Simulation trainiert und anschließend auf den realen Roboter übertragen werden. Dieses sogenannte Sim-to-Real-Verfahren ermöglicht praktische Experimente mit Reinforcement Learning und Robotik. SDK, Simulation und Software für Reinforcement Learning stellt Pollen Robotics als Open Source zur Verfügung. Microduck verbindet damit eine vergleichsweise zugängliche Hardwareplattform mit aktuellen Methoden der KI- und Robotikforschung. Weitere Informationen sind über pollen-robotics.com verfügbar.

Abb.: Eine Darstellung einer Gummiente