Allzweckroboter in der Fabrik und im Haushalt

Die aktuelle Ausgabe der VDI nachrichten widmet sich Allzweckrobotern und anderen humanoiden Robotern. Dabei stehen weniger die Ankündigungen und Investitionen der Branche im Mittelpunkt als vielmehr die Voraussetzungen für die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Maschinen. Der Schwerpunkt beleuchtet – so Martin Ciupek, Redakteur der Zeitschrift, auf LinkedIn – den Stand der Technik, die Herausforderungen auf dem Weg zu wirklich autonomen Systemen, aktuelle Trainingsmethoden für Roboter sowie die zugrunde liegenden IT- und KI-Architekturen. Für die Einordnung ethischer und gesellschaftlicher Aspekte wurde unter anderem der Technikphilosoph, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel befragt. Die Beiträge zeigen, dass trotz großer Fortschritte und hoher Erwartungen noch wichtige technische, organisatorische und gesellschaftliche Fragen zu lösen sind, bevor Allzweckroboter und andere humanoide Roboter flächendeckend in Fabriken und im Haushalt bzw. Alltag eingesetzt werden können. Die gedruckte Ausgabe ist ab dem 13. Juni 2026 erhältlich. Die digitalen Beiträge erscheinen laufend auf www.vdi-nachrichten.com.

Abb.: NEO (Foto: 1X/Courtesy of 1X)

NYRÅBOT oder ROBÖT

Im Wahlmodul „Soziale Roboter“ im HS 2026 wurde mehrfach über den robotischen Zweibeiner NEO diskutiert. Prof. Dr. Oliver Bendel stellte fest, dass dieser wie ein Wohnaccessoire aussehe und sich nahtlos in die gezeigten Umgebungen einfüge, die nach Schöner Wohnen und IKEA aussehen. Das schwedische Unternehmen könnte ihn in seit Sortiment aufnehmen, als NYRÅBOT oder ROBÖT. Beanstandet wurde in der Gruppe, dass der künstliche Haushaltsgehilfe im Moment nur wenige Funktionen autonom ausführen kann. Zwar gehört dies zum Konzept, und 1X aus Palo Alto will nach und nach weitere Updates zur Verfügung stellen, aber ob man damit zum Ziel eines Allzweckroboters kommt, der seinen Namen verdient, ist noch ungewiss. Dabei muss NEO lediglich im Haushalt bestehen – wo aber zahlreiche komplexe Aufgaben auf ihn warten. Dennoch ist Oliver Bendel optimistisch, dass in fünf bis zehn Jahren mehrere Modelle zur Verfügung stehen, die Pflegebedürftigen, aber auch Einzelstehenden, Paaren oder Familien mit Zeitdruck von Nutzen sein können. In seinem Paper „The Universal Robot of the 21st Century“ – vorgestellt auf der Robophilosophy 2024 – hat er bereits die nächste Stufe skizziert, den universellen Roboter. Er hat zugleich darauf hingewiesen, dass dieser zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt. Wir brauchen langweilige Tätigkeiten, wir brauchen sich wiederholende Tätigkeiten, um ruhig und erfinderisch zu werden. Eine Möglichkeit bestehe darin, so der Technikphilosoph im Unterricht, dass der Roboter mit dem Menschen im Tandem bzw. Team arbeite. Man bügelt drei Hemden und übergibt dann an NEO, man setzt die ersten Blumenzwiebeln und lässt ihn den Rest erledigen. Und abends lässt man ihn auf dem Sofa ausruhen, wo er zwischen den Kissen und Decken kaum auffällt.

Abb.: NEO (Foto: 1X/Courtesy of 1X)