Die Soziale Robotik ist Anfang Juli in London

Vom 1. bis 4. Juli 2026 trifft sich die Community der Sozialen Robotik zur 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + ART 2026) in London. Getagt wird im Senate House der University of London, einem der bekanntesten akademischen Gebäude Großbritanniens. Forscher, Entwickler, Künstler und Vertreter der Industrie diskutieren dort aktuelle Entwicklungen und zukünftige Perspektiven sozialer Roboter sowie animaloider, humanoider und mythomorpher Gestaltung. Besonders ist in diesem Jahr die Verbindung von Robotik und Kunst. Neben dem wissenschaftlichen Programm bietet die Konferenz mit Formaten wie der Grand Challenge, dem Robot Fringe, den Debates (die mit dem Debate Room einen exklusiven Ort haben) und einem Industry Day zahlreiche Möglichkeiten für Austausch und Erkenntnisgewinn. Die General Chairs Hooman Samani und Saina Akhond, beide von der University of the Arts London, und ihre Mitstreiter von Hochschulen auf der ganzen Welt setzen damit gezielt auf Interdisziplinarität, Innovation und Diskurs. Weitere Informationen sind über icsr2026.uk verfügbar.

Abb.: Zwei soziale Roboter (Image: GPT Image 2)

Oliver Bendel und Sylvia Stocker im Gespräch

Nach generativer KI ist Robotik das Thema der Stunde, und natürlich kann man beides verbinden. Am 21. Mai 2026 lud Walder Wyss im Rahmen von „Off the Record“ ab 18 Uhr zu einem Robotikevent ins Kraftwerk Zürich ein. Es waren Freunde und Kunden der Anwaltskanzlei eingeladen. Es ging um klassische Serviceroboter ebenso wie um Allzweckroboter – und um soziale Roboter. Auf dem Panel waren Prof. Dr. Oliver Bendel, Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker, der sich seit einem Vierteljahrhundert intensiv mit Chatbots, Sprachassistenten und sozialen Robotern beschäftigt, und Sylvia Stocker, CEO von Arabesque. Es moderierten Ramona Wyss und Florian Gunz. Seit 27. Mai 2026 stehen die Fotos zur Veranstaltung zur Verfügung. Zu sehen sind auf ihnen nicht nur die genannten Personen, sondern auch die Roboter, die im Raum waren, wie Unitree G1, Mars und Pepper. Im Imageflyer schreibt die Anwaltskanzlei über sich: „We are a dynamic law firm with flat structures and a very friendly atmosphere. More than 300 legal experts make Walder Wyss one of the most successful Swiss commercial law firms. Our clients include national and international companies, publicly held corporations and family businesses as well as public law institutions and individuals.“ (Imageflyer Walder Wyss)

Abb.: Sylvia Stocker und Oliver Bendel

Es muss nicht immer ein humanoider Roboter sein

Der Artikel „Es muss nicht immer ein humanoider Roboter sein: Mythomorphe Gestaltung als Option und Perspektive“ von Oliver Bendel ist am 13. Mai 2026 in Wiley Industry News erschienen. Der Technikphilosoph führt den Begriff des Mythomorphen ein, um die Kategorien des Humanoiden und Animaloiden (Zoomorphen) zu erweitern. Dadurch lassen sich Roboter wie Mirokaï, Furby und Cozmo besser einordnen als bisher. Aus dem Abstract: „Soziale Roboter sind oft humanoid oder zoomorph gestaltet. Zudem gibt es dinghafte Gestaltung, bei der versucht wird, eine Nachahmung von Lebewesen zu vermeiden. Allerdings können humanoide oder zoomorphe Merkmale vorkommen, etwa menschlich wirkende Augen oder ein tierlicher Schwanz. Weniger üblich, aber durchaus vorhanden ist eine weitere Richtung, die mythomorph genannt werden kann. Hier sind nicht oder nicht direkt Menschen oder Tiere das Vorbild, sondern Außerirdische, Fantasyfiguren oder mythologische Figuren. In diesem Beitrag wird zuerst darauf eingegangen, was unter mythomorpher Gestaltung verstanden werden kann. Dann werden Beispiele für soziale Roboter mit dieser Ausrichtung gesammelt, beschrieben und eingeordnet. Sodann findet eine ontologische, ästhetische und ethische Diskussion statt. Dabei werden jeweils Chancen und Risiken genannt. Es zeigt sich, dass mythomorphes Design als eigenständige Perspektive innerhalb des breiteren Gestaltungsraums der Sozialen Robotik verstanden werden kann.“ Der Artikel kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Aliendesign

Mit Robotern zusammenwohnen

In der Sonderbeilage „Wohnen“ der Sonntagszeitung vom 12. April 2026 kommt Prof. Dr. Oliver Bendel zu Wort. Der Technikphilosoph forscht zu sozialen Robotern und Servicerobotern. Seit 2024 hat er auch mehrere Artikel zu Allzweckrobotern geschrieben, die als Vorformen von echten universellen Robotern gelten. Diese werden oft fälschlicherweise mit humanoiden Robotern gleichgesetzt, zu denen beispielsweise Pepper und Alpha Mini gehören. Allzweckroboter wie Digit, Apollo und Figure 03 sind in Fabriken mit sehr eingeschränkten Tätigkeiten zu finden. Figure 03 und NEO sind unter anderem wegen ihrer textilen Oberfläche interessant und dafür gedacht, sich in Haushalten nützlich zu machen. Oliver Bendel glaubt, dass dies in zwei Wellen erfolgen könnte. Zunächst werden Tausende Exemplare verkauft, die dann in realen Umgebungen lernen. Nach den entsprechenden Fortschritten könnten womöglich Millionen von Exemplaren ausgeliefert werden. Dem könnten allerdings Sicherheitsrisiken und Datenschutzprobleme sowie Akzeptanz- und Platzprobleme entgegenstehen. Einst gab es die Vision, dass in jedem Haushalt ein Computer stehen würde. Daraus wurden mehrere in unterschiedlichen Formen. Ob soziale Roboter und Serviceroboter ein ähnliches Schicksal teilen werden, wird die Zukunft zeigen.

Abb.: NEO (Foto: 1X/Courtesy of 1X)

Ein Körper für die KI

Everlast ist eine Medienagentur aus Ulm. Leonard Martin Schmedding, Co-Founder, war im März 2026 wie bereits vor einem Jahr und vor zwei Jahren im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Das Video wurde auf YouTube veröffentlicht. Es geht um Themen wie „Humanoide Roboter, Bewusstsein & Zukunft“ (Teaser YouTube). Humanoide Roboter sind – so hat es Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler beschrieben – Roboter mit menschenähnlichem Aussehen. Das Spektrum reicht dabei von einer abstrakten Gestalt mit menschlichen Merkmalen über ein cartoonhaftes menschenähnliches Äußeres bis hin zu realistischem oder hyperrealistischem Design nach unserem Vorbild. Bei hoher Ähnlichkeit spricht man von (Vorläufern von) Androiden. Manche dieser Roboter zählen – wie auch kleine Gadgets in der Art von Rabbit R1 oder Wearable Social Robots wie AIBI – zu Physical AI. Zu dieser stellt Oliver Bendel im gleichen Lexikon fest: „Es geht nicht nur darum, teilautonome oder autonome Maschinen mit Hilfe von KI aufzuwerten und zu erweitern, wie im Falle von Gesichtserkennung, Gestikerkennung und Emotionserkennung oder von Chatbots für soziale Roboter, sondern darum, für die KI gleichsam einen Körper zu suchen, in dem sie sich entfalten und beweisen kann.“ Insgesamt steht der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker den Entwicklungen in KI und Robotik positiv gegenüber. Das Video kann seit 13. März 2026 über www.youtube.com/watch?v=aKNjNaipakI abgerufen werden.

Abb.: Der Wearable Social Robot Eiliko (Foto: Energize Lab)

„Soziale Roboter“ als erfolgreiches Fachbuch

Das Buch „Soziale Roboter: Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat am 1. März 2026 400.000 Accesses auf Springer Nature Link erreicht. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Experten der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Das Fachbuch ist Ende 2021 bei Springer Gabler erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es in jeder Buchhandlung verfügbar.

Abb.: Eiliko von Energize Lab (Foto: Energize Lab)

Über Roboter im öffentlichen Raum

Am 18. Februar 2026 wurde im SRF (10 vor 10) der Beitrag „Roboter nehmen öffentlichen Raum ein“ von Bruno Amstutz ausgestrahlt. Es ging um Serviceroboter im öffentlichen Raum. In Zürich Oerlikon testete der Lieferdienst Just Eat im Jahr 2025 gemeinsam mit dem ETH-Spin-off Rivr den Einsatz von Lieferrobotern. Nach kurzer Zeit wurde das Projekt jedoch wieder eingestellt. Das Modell wurde von einem Bundesamt als Fahrzeug eingestuft. Da die entsprechende Zulassung fehlte, wurde es aus dem Verkehr gezogen. Im selben Jahr war ein Sicherheitsroboter des Schweizer ETH-Start-ups Ascento auf der Basler Herbstmesse unterwegs, um für Sicherheit auf dem Gelände zu sorgen. Mit seinen großen Rädern und seinen sozialen Merkmalen war er ein Hingucker. In diesem Fall intervenierte allerdings die Datenschützerin. Prof. Dr. Oliver Bendel kam zu Wort und sprach über Akzeptanz gegenüber Servicerobotern und sozialen Robotern. Zu sehen war er in Interaktion mit seinem Unitree Go2, genannt Bao, aus seinem privaten Social Robots Lab. Der Beitrag ist auch online verfügbar.

Abb.: Ein Mensch im öffentlichen Raum

Der Schweizer Roboter-Flüsterer

Michael Marti vom Tages-Anzeiger hat mit Prof. Dr. Oliver Bendel ein Interview geführt. Vor allem ging es um robotische Zweibeiner, die als Allzweckroboter vermarktet werden. Beispiele sind Figure 03, Neo und Optimus. Der Technikphilosoph nimmt an, dass die Einführung in die Haushalte in zwei Wellen erfolgen wird. In der ersten Welle versucht man, möglichst viele Exemplare zu verkaufen, um sie in der Realität einzusetzen. Die Allzweckroboter bewegen sich durch Wohnungen und Häuser, treffen auf Menschen und Tiere. Mithilfe von Kameras und Sensoren werden Daten erzeugt, die nicht nur für Wahrnehmung, Beurteilung und Steuerung, sondern auch für das Training wesentlich sind. In der zweiten Welle erfolgt dann die massenhafte Einführung – wenn diese nicht an Faktoren scheitern wird, die ebenfalls genannt werden. Im Teaser des Artikels, der das Interview enthält, steht: „Der Mann ist der Schweizer Roboter-Flüsterer. Oliver Bendel (57), Professor für Maschinenethik an der FHNW in Windisch AG, erforscht seit Jahren, wie wir mit Robotern leben – und was sie mit uns machen.“ (Tages-Anzeiger, 26. November 2025) Der Artikel ist am 26. November 2025 erschienen und kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Der Schweizer Roboter-Flüsterer  (Foto: Marc Heimann)

Alter3 in Venedig

Auf der Biennale Architettura 2025 in Venedig findet sich die Installation mit dem Titel „Am I a Strange Loop?“. Es wird die Frage aufgeworfen, ob künstliche Intelligenz eine Form von Selbstbewusstsein entwickeln kann. Gezeigt wird der humanoide Roboter Alter3, der über mimische, gestische und verbale Fähigkeiten verfügt. Dabei nutzt er GPT-4 oder GPT-5. Besucher können mit ihm über ein Mikrofon in verschiedenen Sprachen kommunizieren. Die Installation greift Ideen des Physikers, Informatikers und Kognitionswissenschaftlers Douglas Hofstadter auf, der davon ausging, dass Bewusstsein entsteht, wenn ein System sich selbst reflektiert. Alter3 ist ein beeindruckender Roboter, der über ein Silikongesicht und Silikonhände verfügt, ansonsten aber eine maschinenhafte Präsenz hat. Mit GPT-4, GPT-5 oder anderen Sprachmodellen kann weder ein Weltbewusstsein noch ein Selbstbewusstsein hergestellt werden. Informationen zur Biennale Architettura sind über die Website verfügbar.

Abb.: Eine Gondel in Venedig

Neue beste Freunde?

„Soziale Roboter – unsere neuen besten Freunde?“ ist der Titel eines Beitrags im Philosophie-Newsletter NOESIS der Nomos Verlagsgesellschaft. Im Teaser heißt es: „In unserem aktuellen Beitrag sprechen wir mit dem Philosophen und Informationsethiker Prof. Dr. Oliver Bendel über die Chancen und Risiken sozialer Roboter. Können Maschinen echte Nähe schaffen oder bleibt es bei einer perfekten Illusion? Ein Gespräch über Empathie-Simulation, Pflegeroboter – und die Frage, wie nah uns soziale Maschinen wirklich kommen dürfen.“ Die Geisteswissenschaften gehören laut Website seit 2017 zum festen Programm der Nomos Verlagsgesellschaft und „haben sich hauptsächlich durch den Zuwachs an Imprints im Programm von Nomos etabliert“. „Unsere Inhalte erscheinen in mehr als 200 wissenschaftlichen Schriftenreihen in den Bereichen Altertumswissenschaft, Anthropologie, Byzantinistik, Geschichte, Kulturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Orientalistik, Pädagogik, Philosophie, Religionswissenschaft, Sprachwissenschaft, Theaterwissenschaft und Theologie.“ (Website Nomos) Der Beitrag kann über www.nomos.de/noesis-soziale-roboter-unsere-neuen-besten-freunde/ aufgerufen werden.

Abb.: Neue beste Freunde?

Grundlagen zu Wearable Social Robots

Wearable Social Robots sind sehr kleine und zugleich äußerst leistungsfähige Systeme, die um den Hals, am Körper oder in einer Schulter- oder Handtasche getragen werden. Sie sind nicht nur Begleiter des Menschen, sondern werden ein Teil von ihm, indem sie seine Sinne und Ausdrucksmöglichkeiten erweitern. Der Artikel mit dem Titel „Dieser Roboter steht Ihnen aber gut!“ (Untertitel „Über das Phänomen der Wearable Social Robots“) von Oliver Bendel definiert den Begriff der Wearable Social Robots, stellt Anwendungsbereiche vor und erörtert soziale sowie ethische Herausforderungen. Zudem werden Empfehlungen für Entwickler und Benutzer gegeben. Es wird deutlich, dass Wearable Social Robots neuartige Werkzeuge sowie Erweiterungen oder Verbesserungen des Menschen darstellen, deren Möglichkeiten über jene von Apps auf Smartphones hinausgehen. Der Artikel ist am 25. September 2025 in Wiley Industry News erschienen, nicht nur in deutscher, sondern auch in englischer Sprache.

Abb.: AIBI mit Halskette von hinten (Foto: LivingAI)

How Dogs React to Robot Dogs

„The Robodog Project: Bao Meets Pluto“ examined how domestic dogs respond to the Unitree Go2 quadruped robot – nicknamed Bao by project initiator Prof. Dr. Oliver Bendel – and how their owners perceive such robots in shared public spaces. The project began in late March 2025 and was completed in early August 2025. The study addressed three questions: (1) How do dogs behaviorally respond to a quadruped robot across six conditions: stationary, walking, and jumping without an additional dog head, and stationary, walking, and jumping with an additional 3D-printed dog head? (2) What are owners‘ expectations and concerns? (3) What regulatory frameworks could support safe integration? Twelve dogs were observed in six structured interaction phases; their behavior was video-coded using BORIS. Another dog participated in a preliminary test but not in the actual study. Pre-exposure interviews with eight owners, as well as an expert interview with a biologist and dog trainer, provided additional insights. Led by Selina Rohr, the study found most dogs were cautious but not aggressive. Curiosity increased during robot movement, while visual modifications had little impact. However, a 3D-printed dog head seemed to interest the dogs quite a bit when the robot was in standing mode. Dogs often sought guidance from their owners, underlining the role of human mediation. Owners were cautiously open but emphasized concerns around safety, unpredictability, and liability. The findings support drone-like regulation for robot use in public spaces.

Fig.: A Golden Retriever also took part

Über Gefängnisroboter

„Als Gefängnisroboter werden unterschiedliche Robotertypen bezeichnet, die in Gefängnissen verwendet werden bzw. verwendet werden können oder sollen.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel, der am 8. August 2025 im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlicht wurde. Zu ihnen „gehören Serviceroboter wie Informationsroboter, Sicherheitsroboter, Reinigungsroboter, Transportroboter und Küchen- und Werkstattroboter sowie soziale Roboter mannigfaltiger Ausprägung“. Diese Typen werden im zweiten Abschnitt näher dargestellt, etwa auf diese Weise: „Sicherheits- und Überwachungsroboter entlasten oder ersetzen Gefängnisaufseher und Sicherheitskräfte und sorgen für die Sicherheit auf dem Areal, etwa indem sie Auffälligkeiten melden.“ Im dritten geht der Autor auf den Hintergrund ein und gibt Beispiele für den Einsatz: „Es finden sich Berichte ab 2011 über Sicherheitsroboter in Südkorea, die auffälliges Verhalten feststellen sollten. Diese sollten zudem als Medium zur Kommunikation zwischen Insassen und Aufsehern dienen. Ein Artikel von 2023 stellt ein für indische Gefängnisse ersonnenes automatisiertes Überwachungssystem vor, das die Möglichkeit bietet, die Anwesenheit der Insassen über ein Streaming-Portal zu markieren.“ Am Ende wird die ethische Perspektive eingenommen, auch unter Berücksichtigung einer Studie, die von Tamara Siegmann und Oliver Bendel im Jahre 2024 durchgeführt wurde. Der vollständige Beitrag ist über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/gefaengnisroboter-123560 abrufbar.

Abb.: Ein Insasse

Du bist mein Mensch

Unter dem Titel „Mensch 2.0: Die Vision des universellen Roboters“ hielt Prof. Dr. Oliver Bendel am 4. Juni 2025 ab 19 Uhr in der Stadtbibliothek Stuttgart den Eröffnungsvortrag zur Tagung „Next Frontiers“ … Dabei zeigte er auf, dass alle Elemente einer solchen Maschine vorhanden sind. Man muss sie nur noch zusammenfügen, was freilich keine triviale Aufgabe ist. Robotische Zweibeiner, die als Allzweckroboter vermarktet werden, können als Vorstufen universeller Roboter gelten. Figure, Digit und Apollo arbeiten bereits in Fabriken auf der ganzen Welt … Danach trug auf dem Podium die Autorin Emma Braslavsky („Ich bin dein Mensch“, verfilmt von Maria Schrader) aus einem Dialog mit Claude vor, einem LLM-basierten Chatbot. Dieser beeindruckte durch Beschreibungen seiner eigenen Existenz. Sie sprach mit Oliver Bendel, inzwischen auch auf dem Podium, über die neuesten Entwicklungen und ihre Folgen. Die Moderation oblag Thomas Klingenmaier, Redakteur der Stuttgarter Zeitung. Schließlich wurde das Publikum einbezogen. So groß war das Interesse, dass der Saal auch nach drei Stunden noch vollbesetzt war. Alle Erkenntnisse und Eindrücke hat der Zeichner und Illustrator Heyko Stöber eingefangen, einer der Besten seines Fachs.

Abb.: Zwei Roboter lernen sich kennen

Wenn Maschinen Gefühle haben

In der Zeitschrift Chip (6/2025), erschienen Anfang Mai 2025, findet sich unter dem Titel „Wenn Maschinen Gefühle haben“ ein dreiseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Technikphilosoph glaubt nicht, dass KI-Systeme jemals etwas empfinden und dass sie leiden können. Er glaubt nicht, dass sie jemals Glück empfinden können. In der Tierethik gehe man davon aus, dass etwas Rechte haben kann, wenn es empfinden und leiden kann – und das Glück müsse man unbedingt hinzunehmen. Ganz offensichtlich haben die meisten Tiere – so der Technikphilosoph, der sich in seinem Studium der Philosophie auch der Tierethik gewidmet hat – moralische Rechte. Und ganz offensichtlich haben KI-Systeme oder soziale Roboter keine. Er sieht nicht, wie sie mit generativer KI zum Empfinden und Leiden kommen könnten. Es existiere auch keinerlei Hinweis darauf, wenn man vom Marketing von Unternehmen und Evangelisten absehe. Seinem Interviewpartner Thomas Raukamp gegenüber hatte er ausgeführt: „Wenn eine Simulationsmaschine immer besser simuliert, bedeutet das nicht, dass sie plötzlich keine Simulationsmaschine mehr ist. Sie ist nur eine immer bessere Simulationsmaschine. Es gibt keinen Sprung zum Leben, es gibt keinen Sprung zum Bewusstsein, es gibt keinen Sprung zum Empfinden, Leiden und Glück. Sie verbleibt in der Simulation.“ Der Artikel ist in der Jubiläumsausgabe erschienen, der 555. Ausgabe der Zeitschrift, und kann am Kiosk oder über chip-shop.de bezogen werden.

Abb.: Das Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift Chip (6/2025)

Robotische und tierische Vierbeiner

Robotische Vierbeiner – oft als Roboterhunde bezeichnet – verbreiten sich immer mehr. In der Folge werden sie zunehmend echten Hunden begegnen. Die Frage ist, wie man den Roboter so konzipiert und konstruiert, dass die Tiere nicht überreagieren und weder Robotern noch Tieren oder Umstehenden irgendein Schaden zugefügt wird. Im Rahmen des „Robodog Project“ sollen kleinere Hunde mit dem gehenden, laufenden und springenden Unitree Go2 aus dem privaten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel konfrontiert werden. Es ist geplant, kontrollierbare Umgebungen wie Hundetrainingsplätze zu besuchen und Treffen und Gespräche mit Hundebesitzern zu arrangieren. Die Ergebnisse werden zu Vorschlägen für Gestaltung und Steuerung führen. Auch Robot Enhancement kann eine Rolle spielen. So haben Roboterliebhaber mit einem 3D-Drucker karikaturenhafte Köpfe für den Unitree Go2 hergestellt, die ihm ein völlig anderes Aussehen verleihen. Das Projekt – nach dem Kosenamen des robotischen Vierbeiners und der Disneyfigur auch „Bao Meets Pluto“ genannt – startete Ende März 2025 an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Es ist Teil der Forschung von Oliver Bendel auf dem Gebiet der Tier-Maschine-Interaktion.

Abb.: Ein Golden Retriever