Allzweckroboter in der Fabrik und im Haushalt

Die aktuelle Ausgabe der VDI nachrichten widmet sich Allzweckrobotern und anderen humanoiden Robotern. Dabei stehen weniger die Ankündigungen und Investitionen der Branche im Mittelpunkt als vielmehr die Voraussetzungen für die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Maschinen. Der Schwerpunkt beleuchtet – so Martin Ciupek, Redakteur der Zeitschrift, auf LinkedIn – den Stand der Technik, die Herausforderungen auf dem Weg zu wirklich autonomen Systemen, aktuelle Trainingsmethoden für Roboter sowie die zugrunde liegenden IT- und KI-Architekturen. Für die Einordnung ethischer und gesellschaftlicher Aspekte wurde unter anderem der Technikphilosoph, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel befragt. Die Beiträge zeigen, dass trotz großer Fortschritte und hoher Erwartungen noch wichtige technische, organisatorische und gesellschaftliche Fragen zu lösen sind, bevor Allzweckroboter und andere humanoide Roboter flächendeckend in Fabriken und im Haushalt bzw. Alltag eingesetzt werden können. Die gedruckte Ausgabe ist ab dem 13. Juni 2026 erhältlich. Die digitalen Beiträge erscheinen laufend auf www.vdi-nachrichten.com.

Abb.: NEO (Foto: 1X/Courtesy of 1X)

A Commentary in Philosophy & Technology

An article titled „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ by Maaike van der Horst and Anna Puzio was published in the journal Philosophy & Technology in March 2026. Surprisingly, it does not reference several works that are highly relevant to the topic, including publications by Tanja Kubes and Oliver Bendel. As a result, some of the article’s claims to originality appear less convincing than they might otherwise have been. Following an exchange with one of the journal’s editors, Luciano Floridi, Oliver Bendel therefore submitted a commentary, which was published in Philosophy & Technology on June 10, 2026. From the abstract: „This commentary discusses Maaike van der Horst and Anna Puzio’s article ‚Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism‘. While acknowledging the article’s valuable contribution, particularly its integration of Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism, the commentary argues that its account of prior scholarship is incomplete. Several key themes and proposals presented as novel – including critiques of humanoid mimicry, new-materialist approaches to sexuality and technology, queer design concepts, relational ontology, and transformative sex robot forms – had already been developed in earlier work by Tanja Kubes and Oliver Bendel. The omission of these contributions affects assessments of originality, the reconstruction of the field’s intellectual development, and the allocation of scholarly credit. The commentary therefore calls for a more comprehensive scholarly genealogy of queer and new-materialist approaches to sex robots and argues that careful citation practices are essential to maintaining the integrity of academic discourse.“ The article „Who Queered the Sex Robot? Notes on Attribution and Conceptual History“ can be accessed at link.springer.com/article/10.1007/s13347-026-01123-3.

Fig.: Who Queered the Sex Robot?

Die Lust am Analogen

Das Kundenmagazin Centaur von Rossmann gibt es seit März 2002. Das Heft hat über 100 Seiten und liegt in den Filialen des Unternehmens aus. Es erreicht bei einer Druckauflage von über 900.000 Exemplaren und mit seiner Onlinepräsenz ca. 2,5 Millionen Interessierte. In der Ausgabe vom Juni 2026 gibt es ein eineinhalbseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Technikphilosoph und Maschinenethiker äußert sich im Beitrag „Der Reiz der Realität“ zu Gegenbewegungen im Zeitalter der Digitalisierung und zur Frage, wann Roboter – Pflegeroboter ebenso wie Allzweckroboter – selbstverständlicher Teil unseres Alltags sein werden. Anna Kentrath, die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Rossmann, schreibt in ihrem Editorial: „Wir spüren einer wachsenden Sehnsucht nach: der Lust am Analogen, an echten Begegnungen und haptischen Erlebnissen. Das ist keine Flucht vor der digitalen Welt, die uns ja auch Freiheiten schenkt. Es ist eine bewusste Ergänzung, ein ‘Korrektiv’, wie es unser Experte Prof. Oliver Bendel nennt.“ Das Kundenmagazin für den Monat Juni kann seit dem 27. Mai 2026 über www.rossmann.de/de/kataloge/centaur/index.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Lust am Analogen

Queering Sex Robots

A new article titled „Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ (van der Horst & Puzio, 2026) has been published in Philosophy & Technology. The authors argue that queering sex robots should go beyond diversifying their physical design and instead involve a broader reconsideration of sexuality, identity, and human-technology relations. The paper starts from a critique widely discussed in the literature: current sex robot models largely reproduce heteronormative and stereotypical representations of femininity. Similar observations and related arguments can be found in earlier contributions in the volume „Maschinenliebe“ (Bendel 2020). In that book, Tanja Kubes addresses the topic in her chapter „Queere Sexroboter“, while Oliver Bendel discusses transformations of gender and embodiment in „Trans-Formers“. Both contributions also refer to examples such as the Harmony robot from Realbotix/RealDollX. The main novelty of the new article lies in its theoretical framework, which combines Queer Lacanian psychoanalysis and New Materialism. Given the thematic overlap and the small number of publications on queer perspectives on sex robots, it is somewhat surprising that the earlier contributions in „Maschinenliebe“ are not referenced. This book is predominantly written in German, but in times of large language models this should hardly pose a barrier. Moreover, the chapters by Kubes and Bendel have already been cited in several English-language academic publications.

Fig.: Maybe a queer person

Vom Orchideenfach zum Mainstream

Die Maschinenethik ist durch den Einsatz von großen Sprachmodellen, durch das Alignment in Form von Finetuning und das Moral Prompt Engineering, im Mainstream angekommen. Vor 15 Jahren galt sie als Orchideenfach. 2009 war „Moral Machines“ von Wendell Wallach und Colin Allen erschienen, 2011 „Machine Ethics“ von Susan L. Anderson und Michael Anderson. Im deutschsprachigen Raum gelten das „Handbuch Maschinenethik“ (ab 2017 in elektronischer Form, in gedruckter Form 2019, Springer VS) von Oliver Bendel und „Grundfragen der Maschinenethik“ (2018, Reclam) von Catrin Misselhorn als Standardwerke. Sie vertreten ähnliche Positionen, haben aber unterschiedliche Intentionen: Der Technikphilosoph will in erster Linie praktische Grundlagen schaffen, nämlich moralische Maschinen bauen, die Wissenschaftstheoretikerin theoretische Grundlagen erarbeiten. An der Hochschule für Wirtschaft FHNW lehrt Oliver Bendel seit 2010 Informationsethik mit Exkursen zur Roboterethik, etwa zur Frage: „Können Maschinen und Systeme Verantwortung tragen?“ (Foliensatz von 2010) … 2012 kam die Maschinenethik dazu, zunächst mit Beispielen wie dem Roboterauto-Problem, das sich vom Trolley-Problem ableitete. Oliver Bendel ließ eine Formel für autonome Autos entwickeln, die quantifizieren und qualifizieren konnte, wobei er darauf hinwies, dass sie beides nicht tun sollte. Im Foliensatz von 2013 heißt es unter der Überschrift „Die Moral der Maschinen“: „Die Ethik bezieht sich üblicherweise auf die Moral von Menschen, von Individuen und Gruppen, und in gewissem Sinne auf die Moral von Organisationen. Es kann in Abweichung davon auch um die Moral von Maschinen wie Agenten, Robotern und Drohnen gehen, also von mehr oder weniger autonomen Programmen und Systemen. Kann die Maschine mehr, als irgendeine Regel zu befolgen? Kann sie die Folgen ihres Handelns bedenken und in diesem Sinne verantwortlich agieren?“ Seine Antwort war, dass sie eine operative und eine funktionale Moral anwenden bzw. entwickeln kann, im Rahmen von Pflicht- und Folgenethik, dass sie ein unvollständiges Subjekt der Moral bleibt, das kein Bewusstsein hat, keine echte Einsichtsfähigkeit und keinen freien Willen – und dass sie (wie er bereits 1997 in einer Arbeit festgestellt hatte) keine Verantwortung tragen kann. Die Maschinenethik kommt ins Spiel, sobald autonome oder teilautonome Maschinen vorhanden sind. Dennoch weist Oliver Bendel darauf hin, dass sie nicht für alle Bereiche geeignet ist. Er hat sich in seiner Arbeit seit 2012 auf Chatbots, Sprachassistenten und Haushaltsroboter fokussiert. Das „Handbuch Maschinenethik“ kann hier erstanden bzw. heruntergeladen werden.

Abb.: Vom Orchideenfach zum Mainstream

Baidu Go kommt in die Schweiz

Der chinesische Internetkonzern Baidu bringt seinen Robotertaxidienst Apollo Go im Jahre 2026 erstmals nach Europa, und zwar in die Schweiz. Dies meldeten am 25. August 2025 mehrere Medien, u.a. die NZZ und der Tages-Anzeiger. Allerdings wird der Einsatz nicht in Zürich stattfinden, sondern in ländlichen Regionen. Dies ist nur auf den ersten Blick überraschend. Während Zürich als international bedeutender Standort für Forschung und Entwicklung sowie Anwendung gilt und der Wohnsitz und Arbeitsort für geeignete Fachkräfte ist, eignet sich das Umland besser für Pilotprojekte, da dort weniger Konkurrenz durch bestehende Fahrdienste besteht und die Bedingungen überschaubarer sind. Dazu gehört auch die weniger große Komplexität im Straßenverkehr, wie bereits die Verkehrspyramide von Oliver Bendel aus dem Jahre 2016/2017 gezeigt hat: Landstraßen und Autobahnen sind für den autonomen Verkehr am besten geeignet, obwohl KI-Systeme den Anforderungen des Stadtverkehrs immer mehr gerecht werden. Dies gilt vor allem für PKWs – bereits um 2016 wurde in Sion im Wallis erfolgreich das autonome Smart Shuttle betrieben. Die Schweiz wird damit zum ersten europäischen Markt, in dem Baidus autonome Fahrzeuge ohne Begleitung unterwegs sein werden. Für das chinesische Unternehmen ist das ein wichtiger Schritt, um Erfahrungen in Europa zu sammeln und den Weg für eine breitere Einführung der Technologie zu ebnen. Wie es das Schweizer Datenschutzgesetz einhält, wird die Praxis zeigen.

Abb.: Die Verkehrspyramide von 2016/2017

How Dogs React to Robot Dogs

„The Robodog Project: Bao Meets Pluto“ examined how domestic dogs respond to the Unitree Go2 quadruped robot – nicknamed Bao by project initiator Prof. Dr. Oliver Bendel – and how their owners perceive such robots in shared public spaces. The project began in late March 2025 and was completed in early August 2025. The study addressed three questions: (1) How do dogs behaviorally respond to a quadruped robot across six conditions: stationary, walking, and jumping without an additional dog head, and stationary, walking, and jumping with an additional 3D-printed dog head? (2) What are owners‘ expectations and concerns? (3) What regulatory frameworks could support safe integration? Twelve dogs were observed in six structured interaction phases; their behavior was video-coded using BORIS. Another dog participated in a preliminary test but not in the actual study. Pre-exposure interviews with eight owners, as well as an expert interview with a biologist and dog trainer, provided additional insights. Led by Selina Rohr, the study found most dogs were cautious but not aggressive. Curiosity increased during robot movement, while visual modifications had little impact. However, a 3D-printed dog head seemed to interest the dogs quite a bit when the robot was in standing mode. Dogs often sought guidance from their owners, underlining the role of human mediation. Owners were cautiously open but emphasized concerns around safety, unpredictability, and liability. The findings support drone-like regulation for robot use in public spaces.

Fig.: A Golden Retriever also took part

Meine Freundin ist ein Roboter

Am 22. März 2025 erschien im österreichischen Standard der Artikel „Meine Freundin, der Roboter“. Joseph Pallinger vom österreichischen Standard hatte dafür Prof. Dr. Oliver Bendel interviewt, der an der Hochschule für Wirtschaft FHNW lehrt und forscht und assoziierter Forscher der Potsdam Embodied Cognition Group (PECoG) an der Universität Potsdam ist. Es ging um Liebespuppen und Sexroboter sowie um Androiden wie Aria von Realbotix, die die Fähigkeiten von Harmony und Co. haben, aber auch ihre Arme bewegen können. Gedacht sind sie für alle möglichen Einsatzbereiche, etwa für das Hotel oder die Bibliothek. Sie können auch, wie ein Ansprechpartner der Firma gegenüber Oliver Bendel bestätigte, ihr Gegenüber umarmen. Zudem wurde Jessica M. Szczuka von der Universität Duisburg-Essen zum Thema befragt. Oliver Bendel steht Liebespuppen und Sexrobotern neutral gegenüber. Er hält sie weder für die Rettung der Menschheit wie David Levy noch für deren Untergang wie Kathleen Richardson. Der Artikel war bereits am 14. März auf der Website erschienen. Nun kann er mit der gedruckten Ausgabe erworben werden.

Abb.: Meine Freundin ist ein Roboter

Grundlagen zu humanoiden Robotern

„Humanoide Roboter sind Roboter mit menschenähnlichem Aussehen. Das Spektrum reicht dabei von einer abstrakten Gestalt mit menschlichen Merkmalen über ein cartoonhaftes menschenähnliches Äußeres bis hin zu realistischem oder hyperrealistischem Design nach unserem Vorbild. Bei hoher Ähnlichkeit spricht man von (Vorläufern von) Androiden. Neben humanoiden Robotern gibt es z.B. animaloide, also Roboter mit tierähnlichem Aussehen. Natürlichsprachliche Fähigkeiten machen einen Roboter noch nicht zu einem humanoiden – so kann es abstrakte oder animaloide Modelle mit menschlicher Stimme geben. Humanoide Roboter sind oft Zweibeiner, zuweilen auch Roboterköpfe oder -büsten.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel, der am 18. März 2025 im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlicht wurde. Im zweiten Abschnitt werden Beispiele aufgeführt, im dritten universelle Roboter näher beschrieben. Im vierten erklärt der Autor, was das Uncanny Valley in diesem Zusammenhang ist. Im fünften wird auf Anwendungen für humanoide Roboter eingegangen. Kritik und Ausblick schließen den Beitrag ab, der über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/humanoide-roboter-172731 aufgerufen werden kann.

Abb.:  Ein humanoider Roboter

The Vision of Universal Robots

The paper „The Universal Robot of the 21st Century“ by Oliver Bendel was published in February 2025 in the proceedings volume „Social Robots with AI: Prospects, Risks, and Responsible Methods“ … From the abstract: „Developments in several areas of computer science, robotics, and social robotics make it seem likely that a universal robot will be available in the foreseeable future. Large language models for communication, perception, and control play a central role in this. This article briefly outlines the developments in the various areas and uses them to create the overall image of the universal robot. It then discusses the associated challenges from an ethical and social science perspective. It can be said that the universal robot will bring with it new possibilities and will perhaps be one of the most powerful human tools in physical space. At the same time, numerous problems are foreseeable, individual, social, and ecological.“ The proceedings volume comprises the papers presented at Robophilosophy 2024 in Aarhus. Leading philosophers, computer scientists and roboticists met there in August. Like the ICSR, the conference is one of the world’s leading conferences on social robotics.

Fig.: The vision of the universal robot

Insassen und Roboter

Die Aargauer Zeitung schrieb am 19. Dezember 2024: „Er ist der vermutlich innovativste Gefängnisdirektor der Schweiz. Nun feiert Marcel Ruf sein 20-jähriges Jubiläum. Im TalkTäglich erzählt er, was er im Amt alles erlebt …“ (Aargauer Zeitung, 19. Dezember 2024) Weiter heißt es in dem Artikel von Nadja Zeindler über den Direktor der JVA Lenzburg: „Nachdem er sich mit Tiertherapien oder Gefängnistheater bereits ein Image als vielleicht innovativster Gefängnisdirektor der Schweiz aufgebaut hat, wird nun zunehmend auch KI ein Thema: ‚Wir sind mit der FHNW dran, um zu prüfen, was da möglich ist.'“ (Aargauer Zeitung, 19. Dezember 2024) In der Tat stand er – neben zwei seiner Insassen – für das Projekt „Robots in Prison“ von Tamara Siegmann und Oliver Bendel zur Verfügung, wie auch weitere Gefängnisdirektoren, Experten und Betroffene. Ein Resultat war, dass Serviceroboter weniger gewünscht sind, wohl aber soziale Roboter für die Insassen, womit künstliche Intelligenz wieder im Spiel wäre. Das Paper „Social and Collaborative Robots in Prison“ wurde im Oktober bei der ICSR 2024 in Odense (Dänemark) präsentiert. Es erscheint in einem Proceedingsband von Springer Anfang 2025. Nun würden die Studentin und der Professor von der Hochschule FHNW gerne einen Schritt weiter gehen. Dabei könnten soziale Roboter, Chatbots oder Sprachassistenten für die Insassen eine Rolle spielen.

Abb.: Insassen ohne Roboter

Über robotische Zweibeiner

„Robotische Zweibeiner sind Roboter, die sich auf zwei Beinen bewegen. Wenn sie Menschen ähneln, werden sie humanoide Roboter genannt. Sie können ebenso mit Affen, Bären, Vögeln oder Fantasyfiguren in Zusammenhang gebracht werden. Zu unterscheiden sind eher funktionale Modelle, mehrheitlich mit Kopf und voll beweglichen Gliedmaßen, und soziale Roboter, die Karikaturen von Menschen, Affen etc. gleichsehen oder teilweise bzw. gesamthaft naturgetreu nachgebildet sind.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Es werden Beispiele für robotische Zweibeiner genannt, beginnend mit Elektro von 1939, und Formen der Anwendung genannt.  Dann werden Vor- und Nachteile diskutiert. Am Ende nimmt der Autor die Perspektive der Ethik ein: „Die Informationsethik fragt nach der Verletzung der informationellen Autonomie durch robotische Zweibeiner, die Roboterethik nach der Verantwortung bei Zusammenstößen. Die Maschinenethik versucht die Robotermenschen zu erziehen, durch das Einprogrammieren moralischer Regeln oder das Finetuning bzw. Prompt Engineering von multimodalen KI-Modellen, die in die Systeme integriert wurden. Die Wirtschaftsethik interessiert sich dafür, ob uns robotische Zweibeiner im Arbeitsleben unterstützen oder verdrängen können und sollen.“ Der ganze Beitrag – erschienen ist er am 14. Dezember 2024 – kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/robotische-zweibeiner-171056 aufgerufen werden.

Abb.: Der G1 von Unitree (Foto: Unitree)

Über robotische Vierbeiner

„Robotische Vierbeiner sind Roboter, die sich auf vier Beinen bewegen. Sie ähneln oft Hunden und werden deshalb auch Roboterhunde genannt. Sie können ebenso mit Katzen, Ziegen und anderen tierischen Vierbeinern in Zusammenhang gebracht werden. Zu unterscheiden sind eher funktionale Modelle, mehrheitlich ohne ausgeprägten Kopf und Schwanz, und soziale Roboter, die (Karikaturen von) Hunden oder Katzen gleichsehen.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Es werden Beispiele für robotische Vierbeiner genannt, beginnend mit Sparko von 1940, und Formen der Anwendung genannt.  Dann werden Vor- und Nachteile diskutiert. Am Ende nimmt der Autor die Perspektive der Ethik ein: „Die Informationsethik fragt nach der Verletzung der informationellen Autonomie durch robotische Vierbeiner, die Roboterethik nach der Verantwortung bei Zusammenstößen. Die Maschinenethik versucht die Roboterhunde und -katzen abzurichten, durch das Einprogrammieren moralischer Regeln oder das Finetuning bzw. Prompt Engineering von multimodalen KI-Modellen, die in die Maschinen integriert wurden.“ Der ganze Beitrag – erschienen ist er am 14. Dezember 2024 – kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/robotische-vierbeiner-171015 aufgerufen werden.

Abb.: Aibo von Sony (Bild: Marco Wydmuch, Red Dot, CC-BY-SA-4.0)

Ick bin een Berlina

Ende Januar 2024 wurde der Artikel „‚Ick bin een Berlina‘: dialect proficiency impacts a robot’s trustworthiness and competence evaluation“ in Frontiers in Robotics and AI veröffentlicht. Autoren sind Katharina Kühne, Erika Herbold, Prof. Dr. Oliver Bendel, Dr. Yuefang Zhou und Prof. Dr. Martin H. Fischer. Mit Ausnahme von Oliver Bendel – er ist Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in der Schweiz und assoziierter Forscher der Potsdamer PECoG-Gruppe – sind sie alle Mitglieder der Universität Potsdam. Zeitungen und Plattformen aus der ganzen Welt haben über die Studie berichtet, darunter solche aus den USA, Mexiko, Argentinien, Chile, Puerto Rico, Schottland und Deutschland. Auch deutsche Radiosender wie der MDR und der BR haben die Ergebnisse vorgestellt. Im November 2024 erschien ein Porträt der Wissenschaftlerin im Potsdamer Universitätsmagazin PORTAL. Dieses kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Wenn ein Roboter Dialekt spricht

Keine Freundschaft mit sozialen Robotern

Am Abend des 18. Oktober 2024 waren ZDF-Moderatorin Jasmina Neudecker und Prof. Dr. Oliver Bendel zu Gast im KörberHaus in Hamburg Bergedorf. Eingeladen hatte sie die Körber-Stiftung. Auf der Bühne sprachen sie über Beziehungen zu Chatbots, Sprachassistenten und sozialen Robotern. Oliver Bendel umgibt sich mit sozialen Robotern aller Art und erforscht sie aus technikphilosophischer, ethischer, ästhetischer und ontologischer Perspektive. Er entwickelt zusammen mit seinen Studenten und Studentinnen seit 2012 Chatbots und Sprachassistenten und pflanzt ihnen moralische Regeln ein. Zur Freundschaft hält er all diese Systeme nicht fähig. Dennoch können sie in bestimmten Situationen helfen, etwa wenn man sich einsam fühlt. Auch können sie, wie im Gespräch herausgearbeitet wurde, als Türöffner dienen. Nur müsse man, so Oliver Bendel, dann auch durch diese Tür treten. Und dort warten hoffentlich Menschen, mit denen man eine echte Freundschaft pflegen kann. Den Vortrag verfolgten zahlreiche Gäste vor Ort, zudem viele Benutzer im Livestream. Es gab so viele Fragen, dass überzogen werden musste. Beim gemeinsamen Umtrunk ging der Austausch dann weiter. Das Gespräch kann in der Mediathek der Körber-Stiftung aufgerufen werden.

Abb.: Eine Statue in Hamburg

DLF-Sendung zu KI und Musik

Musikgeneratoren sind Audiogeneratoren, die Musik generieren. Dafür werden sie mit großen Datenmengen trainiert. Die KI-Systeme können Musikstücke komponieren und Musik produzieren, wobei sie bestimmte Stile und Stimmen imitieren können. Sie sind auch in der Lage, Songs zu remixen. Es sind zahlreiche Musikgeneratoren verfügbar, als Prototypen und Produkte, wie Soundraw, Boomy, Jukebox, AIVA und Mubert. Mit Audimee, Suno AI und Kits.ai kann man eigene Stimmen anlegen und trainieren. Auf TikTok fand sich im April 2023 ein neuer Musikclip der beiden kanadischen Sänger Drake und The Weeknd. Er wurde laut Golem vom Kanal ghostwriter977 veröffentlicht und ist nach Angaben des Benutzers mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt worden. Seitdem gab es mehrere weitere freundliche und feindliche Übernahmen von Stilen und Stimmen. Über dieses Thema, aber auch über die Konzerte von Miku Hatsune und die Voyage-Tour von ABBA, hat Bernd Lechler vom Deutschlandfunk mit Prof. Dr. Oliver Bendel – Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker aus Zürich – gesprochen. Entstanden ist die Sendung „Corso Spezial: Aura – Hat KI-Musik eine Seele?“, die am 3. Oktober 2024 ausgestrahlt wurde. Man kann sie über die DLF-Website und bei Spotify anhören.

Abb.: Vergangene Zeiten