The Robophilosophy Conference 2026 (RP2026) opened on August 11, 2026, at University College Dublin (UCD) in Dublin, Ireland. Held under the theme „Connected Futures – Nature, Robots, and Society“, the conference runs from August 11–14 and brings together researchers from a wide range of disciplines to explore how robotics and artificial intelligence are transforming human societies and the natural world. RP2026 is the seventh installment in the international Robophilosophy conference series. University College Dublin (UCD) is Ireland’s largest university and one of the country’s leading research institutions. Located in Dublin, the capital of Ireland, UCD is home to more than 34,000 students and has a strong international profile. As robotic systems become increasingly embedded in everyday life, RP2026 seeks to foster dialogue across fields including social robotics, computer science, human-robot interaction, the humanities, social sciences, law, economics, and environmental research. Key questions include how robotic technologies can uphold human dignity, autonomy, and social justice; how legal systems need to adapt to autonomous decision-making; and whether robots can contribute to sustainability rather than accelerate ecological decline. The conference also addresses the impact of automation on labor markets and economic inequality, the changing meaning of work and human care, and the responsibilities humans may have toward the artificial agents they create. The first day of the conference featured keynote presentations by Lynne Baillie and Arno Klein. The program also included two sessions: „Environmental Robotics and Society“ (chaired by Oliver Bendel) and „Responsible Technology Development“ (chaired by Sun Park). Several workshops complemented the program, offering additional perspectives on the social, ethical, and environmental dimensions of robotics and artificial intelligence. The Robophilosophy Conference 2026 provides a space for dialogue between technological, philosophical, social-scientific, and environmental perspectives. At its core is the question of how technological innovation can be shaped not only to create new possibilities, but also to contribute to a humane, just, and sustainable future. Further details are available at www.ucd.ie/robophilosophy2026/.
„Ein Android (oder Androide) ist eine menschengleiche bzw. -ähnliche Maschine oder ein künstlicher Mensch. Ein weiblicher Android wird manchmal auch als Androidin oder als Gynoid (alternativ Gynoide) bezeichnet. Zumeist handelt es sich um einen Roboter, zumindest einen Automaten. Wenn etwas humanoid oder anthropomorph ist, ist es von menschlicher Gestalt bzw. menschenähnlich, was Verhalten, Mimik, Gestik und Sprache mit einschließen kann. Damit humanoide Automaten und Roboter als Androiden gelten können, müssen sie Menschen täuschend ähnlich sein.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 17. Juli 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Ideen- und Entwicklungsgeschichte“ und „Modelle des 20. und 21. Jahrhunderts“, worin historische und aktuelle Prototypen und Produkte aufgeführt werden, sowie „Kritik und Ausblick“. Darin heißt es: „Die Roboterethik untersucht, ob man Androiden überhaupt in die Welt bringen sowie Stereotype wiedergeben oder brechen sollte und ob sie zu hohe Erwartungen wecken, die dann nicht erfüllt werden können, was sich in Frustration, in der Verringerung von Akzeptanz und im Uncanny-Valley-Effekt zeigen kann. Die Maschinenethik versucht ihnen für ihre Akte und Sprechakte moralische Regeln einzupflanzen, nicht zuletzt um Vorgaben und Erwartungen zu erfüllen. Die Roboterphilosophie widmet sich neben der ethischen der ontologischen und ästhetischen Dimension von Androiden.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/androiden-178017 aufgerufen werden.
Ein Artikel mit dem Titel „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ von Maaike van der Horst und Anna Puzio wurde im März 2026 in der Zeitschrift Philosophy & Technology publiziert. Erstaunlicherweise werden darin mehrere für das Thema hochrelevante Arbeiten nicht erwähnt, darunter wissenschaftliche Texte von Tanja Kubes und Oliver Bendel. Infolgedessen wirken Ansprüche der Autorinnen in Bezug auf Originalität weniger überzeugend, als sie es sonst hätten sein können. Nach einem Austausch mit einem der Herausgeber der Zeitschrift, Luciano Floridi, reichte Oliver Bendel daher einen Kommentar ein. Dieser würdigt zwar den wertvollen Beitrag des Artikels, insbesondere die Verknüpfung von queerer lacanianischer Psychoanalyse und neuem Materialismus, argumentiert jedoch, dass die Darstellung der bisherigen Forschungslage unvollständig sei. Mehrere als neuartig präsentierte Schlüsselthemen und Vorschläge – darunter Kritik an der Nachahmung humanoider Züge, neomaterialistische Ansätze zu Sexualität und Technologie, queere Designkonzepte, relationale Ontologie und transformative Formen von Sexrobotern – waren bereits in früheren Arbeiten von Tanja Kubes und Oliver Bendel entwickelt worden. Das Auslassen dieser Beiträge beeinträchtigt die Beurteilung der Originalität, die Rekonstruktion der intellektuellen Entwicklung des Fachgebiets und die Zuweisung wissenschaftlicher Anerkennung. Der Kommentar fordert daher eine umfassendere wissenschaftliche Genealogie queerer und neomaterialistischer Ansätze zu Sexrobotern und argumentiert, dass sorgfältige Zitierpraktiken für die Wahrung der Integrität des akademischen Diskurses unerlässlich sind. Der Artikel „Who Queered the Sex Robot? Notes on Attribution and Conceptual History“ wurde am 10. Juni 2026 in Philosophy & Technology veröffentlicht und ist über link.springer.com/article/10.1007/s13347-026-01123-3 abrufbar.
Das Kundenmagazin Centaur von Rossmann gibt es seit März 2002. Das Heft hat über 100 Seiten und liegt in den Filialen des Unternehmens aus. Es erreicht bei einer Druckauflage von über 900.000 Exemplaren und mit seiner Onlinepräsenz ca. 2,5 Millionen Interessierte. In der Ausgabe vom Juni 2026 gibt es ein eineinhalbseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Technikphilosoph und Maschinenethiker äußert sich im Beitrag „Der Reiz der Realität“ zu Gegenbewegungen im Zeitalter der Digitalisierung und zur Frage, wann Roboter – Pflegeroboter ebenso wie Allzweckroboter – selbstverständlicher Teil unseres Alltags sein werden. Anna Kentrath, die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Rossmann, schreibt in ihrem Editorial: „Wir spüren einer wachsenden Sehnsucht nach: der Lust am Analogen, an echten Begegnungen und haptischen Erlebnissen. Das ist keine Flucht vor der digitalen Welt, die uns ja auch Freiheiten schenkt. Es ist eine bewusste Ergänzung, ein ‘Korrektiv’, wie es unser Experte Prof. Oliver Bendel nennt.“ Das Kundenmagazin für den Monat Juni kann seit dem 27. Mai 2026 über www.rossmann.de/de/kataloge/centaur/index.html aufgerufen werden.
Der Artikel „Es muss nicht immer ein humanoider Roboter sein: Mythomorphe Gestaltung als Option und Perspektive“ von Oliver Bendel ist am 13. Mai 2026 in Wiley Industry News erschienen. Der Technikphilosoph führt den Begriff des Mythomorphen ein, um die Kategorien des Humanoiden und Animaloiden (Zoomorphen) zu erweitern. Dadurch lassen sich Roboter wie Mirokaï, Furby und Cozmo besser einordnen als bisher. Aus dem Abstract: „Soziale Roboter sind oft humanoid oder zoomorph gestaltet. Zudem gibt es dinghafte Gestaltung, bei der versucht wird, eine Nachahmung von Lebewesen zu vermeiden. Allerdings können humanoide oder zoomorphe Merkmale vorkommen, etwa menschlich wirkende Augen oder ein tierlicher Schwanz. Weniger üblich, aber durchaus vorhanden ist eine weitere Richtung, die mythomorph genannt werden kann. Hier sind nicht oder nicht direkt Menschen oder Tiere das Vorbild, sondern Außerirdische, Fantasyfiguren oder mythologische Figuren. In diesem Beitrag wird zuerst darauf eingegangen, was unter mythomorpher Gestaltung verstanden werden kann. Dann werden Beispiele für soziale Roboter mit dieser Ausrichtung gesammelt, beschrieben und eingeordnet. Sodann findet eine ontologische, ästhetische und ethische Diskussion statt. Dabei werden jeweils Chancen und Risiken genannt. Es zeigt sich, dass mythomorphes Design als eigenständige Perspektive innerhalb des breiteren Gestaltungsraums der Sozialen Robotik verstanden werden kann.“ Der Artikel kann hier aufgerufen werden.
The paper „Small Talk with a Robot Reduces Stress and Improves Mood“ by Katharina Kühne, Antonia L. Z. Klöffel, Oliver Bendel, and Martin H. Fischer has been accepted for presentation at the ICSR 2025, which will take place in Naples from September 10 to 12, 2025. Previous research has shown that social support reduces stress and improves mood. This study tested whether small talk with a social robot could be helpful. After performing a stressful task, 98 participants either chatted with a NAO robot, listened to the robot tell a neutral story, or did not interact with the robot. Both robot interactions reduced stress, particularly small talk, which also boosted positive mood. The effects were stronger in those with high acute stress. Positive affect played a key role in stress reduction, suggesting that robot-mediated small talk may be a useful tool for providing emotional support. Dr. Katharina Kühne and Prof. Dr. Martin H. Fischer are researchers at the University of Potsdam. Antonia L. Z. Klöffel assists Katharina Kühne as a junior scientist. Martin Fischer is the head of the Potsdam Embodied Cognition Group (PECoG). Prof. Dr. Oliver Bendel is a PECoG associated researcher. Further information about the conference is available at icsr2025.eu.
The ICSR is one of the leading conferences for social robotics worldwide. The 17th edition will take place from 10 to 12 September 2025 in Naples, Italy. As part of the program, the conference welcomes proposals for workshops that provide a platform for in-depth discussion, exchange of knowledge, and community engagement around current topics in social robotics. The organizers are especially interested in workshops that promote dialogue between established researchers and early-career scientists, supporting a dynamic and inclusive research environment. The deadline for submitting workshop proposals is June 4, 2025. Notifications of acceptance will be sent by July 1, 2025. All details and the submission portal can be found at the following link: icsr2025.eu/ss-ws-proposal … ICSR 2025 offers an opportunity to help shape the future of social robotics through collaborative and forward-looking workshop initiatives.
On August 20, 2024, Robophilosophy 2024 was opened with words of welcome from Maja Horst, Dean of the Faculty of Arts at Aarhus University, and Johanna Seibt, Professor of the School of Culture and Society at Aarhus University. The website says: „The international research conference RP2024 will discuss the questions that really matter in view of the new technological potential of social robotics. In over 100 research talks, RP2024 will address concrete and deep issues that reach far beyond safety and privacy concerns into the conceptual and normative fabric of our societies and individual self-comprehension.“ (Website Robophilosophy 2024) The first keynote on the first day of the conference was given by Wendell Wallach, one of the world’s best-known machine ethicists. With his book „Moral Machines“ (2009), he laid the foundation for a discipline that has been developing in science fiction and science for years and decades. This was followed in 2011 by „Machine Ethics“ by Michael Anderson and Susan Leigh Anderson. In addition to machine ethics, Robophilosophy is dedicated to robot ethics and other interesting perspectives on social robots.
Das Buch „Soziale Roboter: Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat am 31. Dezember 2023 250.000 Downloads erreicht, nach nur etwas über zwei Jahren. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Experten und Expertinnen der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Das Fachbuch ist Ende 2021 bei Springer Gabler erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es in jeder Buchhandlung verfügbar.
Abb.: Eine Viertelmillion Downloads sind ein Grund zum Feiern
Das New York City Police Department (NYPD) sieht Serviceroboter „für Straßenpatrouillen und Überwachung“ (Golem, 14. April 203) vor. „Neben dem Roboterhund Spot soll künftig zusätzlich ein eigenständiges Modell vom Typ Knightscope K5 eingesetzt werden.“ (Golem, 14. April 203) Dies schreibt Oliver Nickel am 14. April 2023 in Golem unter Berufung auf Aussagen des New Yorker Bürgermeisters Eric Adams bei einer Pressekonferenz. Prof. Dr. Oliver Bendel thematisiert sowohl Spot als auch K5 in seinem Paper „Robots in Policing“, das in den Proceedings „Social Robots in Social Institutions“ der Robophilosophy 2022 erschienen ist. Mit Sicherheits- und Überwachungsrobotern wie dem K5 beschäftigt sich der Technikphilosoph aus Zürich seit Jahren. In dem Artikel „Mehr Unsicherheit mit Sicherheitsrobotern?“, erschienen 2016 in der Zeitschrift SicherheitsForum, nahm er u.a. die ethische Perspektive ein. Bereits ein paar Monate vorher wurde der Beitrag „Blechpolizisten mit Elektroschockern: Beobachtungen zu Überwachungsrobotern“ in Inside IT veröffentlicht. Ohne Zweifel nimmt das Thema in diesen Tagen erheblich an Fahrt auf, wegen der Einsätze in den USA, aber auch der Pläne in Deutschland – das Innovation Lab der Polizei Nordrhein-Westfalen in Duisburg testet derzeit Modelle wie Spot.
Der Lügenbot wurde 2013 von Prof. Dr. Oliver Bendel im Kontext der Maschinenethik ausgedacht und 2016 von seinem damaligen Projektmitarbeiter und Studenten Kevin Schwegler umgesetzt. Vorgestellt wurde er auf KI-Konferenzen an der Stanford University und in Krakau. Der LIEBOT, wie sein englischer Name lautet, suchte auf eine Frage des Benutzers eine wahre oder richtige Antwort und manipulierte diese nach einer von sieben verschiedenen Strategien. Er behauptete z.B. im Sommer 2016, dass Donald Trump der Präsident der USA sei. Oliver Bendel sprach auch von Münchhausen-Maschinen. Heutzutage gibt es Chatbots und Generative-KI-Systeme wie ChatGPT, die auf Machine Learning beruhen und die immer wieder die Unwahrheit sagen. So werden Angaben zu Personen hinzugedichtet und Quellen erfunden. Zu diesem Thema befragte Technology Review den Informations- und Maschinenethiker aus Zürich. Dabei ging es auch um seine damalige Forschung zu Münchhausen-Maschinen. Mit Chatbots, Sprachassistenten und sozialen Robotern befasst sich Oliver Bendel bereits seit einem Vierteljahrhundert. Sie waren auch der Gegenstand seiner Doktorarbeit, die er an der Universität St. Gallen verfasste und die Ende 2002 abgeschlossen und Anfang 2003 angenommen wurde. Das Interview wurde am 22. Februar 2023 veröffentlicht und kann hier abgerufen werden.
As part of the AAAI 2023 Spring Symposia in San Francisco, the symposium „Socially Responsible AI for Well-being“ is organized by Takashi Kido (Teikyo University, Japan) and Keiki Takadama (The University of Electro-Communications, Japan). The paper „Increasing Well-being and Health through Robotic Hugs“ by Oliver Bendel, Andrea Puljic, Robin Heiz, Furkan Tömen, and Ivan De Paola was accepted. The talk will take place between March 26 and 29, 2023 at Hyatt Regency, San Francisco Airport. The symposium website states: „For our happiness, AI is not enough to be productive in exponential growth or economic/financial supremacies but should be socially responsible from the viewpoint of fairness, transparency, accountability, reliability, safety, privacy, and security. For example, AI diagnosis system should provide responsible results (e.g., a high-accuracy of diagnostics result with an understandable explanation) but the results should be socially accepted (e.g., data for AI (machine learning) should not be biased (i.e., the amount of data for learning should be equal among races and/or locations). Like this example, a decision of AI affects our well-being, which suggests the importance of discussing ‚What is socially responsible?‘ in several potential situations of well-being in the coming AI age.“ (Website AAAI) According to the organizers, the first perspective is „(Individually) Responsible AI“, which aims to clarify what kinds of mechanisms or issues should be taken into consideration to design Responsible AI for well-being. The second perspective is „Socially Responsible AI“, which aims to clarify what kinds of mechanisms or issues should be taken into consideration to implement social aspects in Responsible AI for well-being. More information via www.aaai.org/Symposia/Spring/sss23.php#ss09.
In January 2023, the Proceedings of Robophilosophy 2022 were published. Included is the paper „Robots in Policing“ by Oliver Bendel. From the abstract: „This article is devoted to the question of how robots are used in policing and what opportunities and risks arise in social terms. It begins by briefly explaining the characteristics of modern police work. It puts service robots and social robots in relation to each other and outlines relevant disciplines. The article also lists types of robots that are and could be relevant in the present context. It then gives examples from different countries of the use of robots in police work and security services. From these, it derives the central tasks of robots in this area and their most important technical features. A discussion from social, ethical, and technical perspectives seeks to provide clarity on how robots are changing the police as a social institution and with social actions and relationships, and what challenges need to be addressed.“ (Abstract) Robots in policing is a topic that has not received much attention. However, it is likely to become considerably more topical in the next few years. More information about the conference on cas.au.dk/en/robophilosophy/conferences/rpc2022.
Der vierte und letzte Tag der Robophilosophy 2022 wurde eröffnet mit einem Vortrag von Catrin Misselhorn („Three Ethical Arguments against Killer Robots“). Sie stellte u.a. die Arbeit von Ronald C. Arkin vor und übte Kritik daran. Ein Workshop und drei Sessions schlossen sich an. In Session 18 („Robots in Elderly Care II“) sprach zunächst Stefanie Baisch („Elders‘ Expectations and Experiences of Having a Companion-Type Social Robot“, mit Thorsten Kolling), dann Rajitha Ramanayake („A Small Set of Ethical Challenges For Elder-care Robots“, mit Vivek Nallur). Session 19 („Robots at Work“) wurde von Valeria Martino („Trusting Workers: Information and Sociability in the Digital Age“), Rua Williams („All Robots Are Disabled“) sowie Anna Dobrosovestnova und Tim Reinboth („Mapping Ambiguities of Helping Commercial Delivery Robots“) bestritten. Tatsächlich sind sowohl autonome als auch ferngesteuerte Transportroboter immer wieder auf Hilfe angewiesen, etwa wenn sie feststecken. Nach dem Lunch bildete die Panel Discussion, geleitet von Robert Sparrow, den Abschluss. Der australische Philosoph fragte Johanna Seibt, was Philosophen besser machen könnten. Sie forderte diese auf, zu den Robotikkonferenzen zu gehen und von ihnen zu lernen. Umgekehrt ermahnte sie die Robotiker, die Leistung der Philosophen zu achten. Zahlreiche weitere Statements und Kommentare folgten. Die Robophilosophy hat sich erneut als führende Veranstaltung für Soziale Robotik behauptet. Weitere Informationen zur Konferenz über cas.au.dk/en/robophilosophy/conferences/rpc2022.
Abb.: Pepper mit einer Lernanwendung von Sara Zarubica
Der Nachmittag des dritten Tags der Robophilosophy 2022 startete mit drei Sessions und einem Workshop. Session 17 („Social Norms and Roles II“) wurde bestritten von Jaime Banks („Breaking the Typecast? Moral Status and Trust in Robotic Moral Patients“, mit Kevin Koban und Brad Haggadone), Tom Coggins („Called Back on Stage: Dramaturgic Analysis, Domestic Social Robots, and Privacy“) sowie Keren Mazuz („Folding and Unfolding Human-Humanoid Robot Interactions: Through an Anthropological Analysis of Play“, mit Ryuji Yamazaki). Keren Mazuz ging auf den Telenoid ein, der aus der Forschung von Hiroshi Ishiguro bekannt ist (und der ein Vorgänger und Verwandter von Hugvie ist). Nach der Kaffeepause hielt Rachid Alami die unterhaltsame und reichhaltige Keynote „Decisional issues for Human-Robot Joint Action“. Er zeigte einen Ausschnitt aus dem Film „Modern Times“ (1936) von und mit Charlie Chaplin mit einem Fütterroboter, erwähnte Systeme und Konzepte wie BDI Systems, wobei die Abkürzung für „beliefs“, „desires“ und „intentions“ steht, und die Human-Robot Joint Action. Danach fuhr man mit dem Schiff zum Dinner auf das Suomenlinna Fortress Island.
Der Vormittag des dritten Tags der Robophilosophy 2022 begann mit der Keynote „Robots, Institutional Roles and Functions“ von Seumas Miller. Er schloss bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften von Robotern kategorisch aus, was in der Diskussionsrunde die Kritiker auf den Plan rief. Seine Behauptung, Roboter könnten keine moralischen Agenten (also keine moralischen Subjekte) sein, konterte Catrin Misselhorn, eine erfahrene Maschinenethikerin, mit der Feststellung, sie könnten durchaus funktionale moralische Agenten sein, wenn auch keine vollständigen. Tatsächlich werden seit vielen Jahren moralische Maschinen in genau diesem Sinne gebaut: Sie erhalten moralische Regeln und halten sich daran. Es folgten am Vormittag drei Sessions und ein Workshop. Bei Session 12 („HRI I“) sprachen u.a. Kerstin Fischer und Johanna Seibt. Session 14 („Social norms and roles I“) wurde mit Vorträgen von Anna Strasser und Michael Wilby („The AI-Stance: Crossing the Terra Incognita of Human-Machine Interactions?“), Kirsikka Kaipainen („Identifying Opportunities for Social Robots in Youth Services: A Case Study of a Youth Guidance Center“, mit Salla Jarske und Kaisa Väänänen) sowie Laetitia Tanqueray und Stefan Larsson („What Norms Are Social Robots Reflecting? A Socio-Legal Exploration on HRI Developers“) bespielt. Danach ging es in die Mittagspause.