Queere Sexroboter

Ein Artikel mit dem Titel „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ von Maaike van der Horst und Anna Puzio wurde im März 2026 in der Zeitschrift Philosophy & Technology publiziert. Erstaunlicherweise werden darin mehrere für das Thema hochrelevante Arbeiten nicht erwähnt, darunter wissenschaftliche Texte von Tanja Kubes und Oliver Bendel. Infolgedessen wirken Ansprüche der Autorinnen in Bezug auf Originalität weniger überzeugend, als sie es sonst hätten sein können. Nach einem Austausch mit einem der Herausgeber der Zeitschrift, Luciano Floridi, reichte Oliver Bendel daher einen Kommentar ein. Dieser würdigt zwar den wertvollen Beitrag des Artikels, insbesondere die Verknüpfung von queerer lacanianischer Psychoanalyse und neuem Materialismus, argumentiert jedoch, dass die Darstellung der bisherigen Forschungslage unvollständig sei. Mehrere als neuartig präsentierte Schlüsselthemen und Vorschläge – darunter Kritik an der Nachahmung humanoider Züge, neomaterialistische Ansätze zu Sexualität und Technologie, queere Designkonzepte, relationale Ontologie und transformative Formen von Sexrobotern – waren bereits in früheren Arbeiten von Tanja Kubes und Oliver Bendel entwickelt worden. Das Auslassen dieser Beiträge beeinträchtigt die Beurteilung der Originalität, die Rekonstruktion der intellektuellen Entwicklung des Fachgebiets und die Zuweisung wissenschaftlicher Anerkennung. Der Kommentar fordert daher eine umfassendere wissenschaftliche Genealogie queerer und neomaterialistischer Ansätze zu Sexrobotern und argumentiert, dass sorgfältige Zitierpraktiken für die Wahrung der Integrität des akademischen Diskurses unerlässlich sind. Der Artikel „Who Queered the Sex Robot? Notes on Attribution and Conceptual History“ wurde am 10. Juni 2026 in Philosophy & Technology veröffentlicht und ist über link.springer.com/article/10.1007/s13347-026-01123-3 abrufbar.

Abb.: Queere Sexroboter